So, da bin ich wieder. Nach einer kleinen Pause über den Jahreswechsel und zu Beginn diesen Jahres, gibt es heute mal etwas Praktisches für alle, die sich selbst mal auf den „Weg“ machen wollen.
Heute geht darum, was hatte ich zu viel dabei hatte, was unverzichtbar war und was war „nice to have“.
Dies sind natürlich nur die Dinge, die ich für mich entsprechend eingeordnet habe. Für jeden anderen können ganz andere Dinge nützlich, unverzichtbar oder total unnötig sein. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, in welcher Situation, man was benötigt. Jedoch muss man dann auch wissen, dass alles satte 800 Kilometer durch die Gegend geschleppt werden muss. Gut, es gibt natürlich noch zwei weitere Optionen:
1. Unterwegs wegwerfen bzw. in den Herbergen zurücklassen.
2. Per Post, als sogenanntes Pilgerpaket nach Santiago senden.
Ich hatte es bewusst in Kauf genommen, für etwas mehr Bequemlichkeit auch etwas mehr zu schleppen. Letztlich wollte ich auf dem Camino nicht auf alles verzichten. Dennoch muss man sich auch einschränken, da die Ausrüstung ja nunmal getragen wird und 5 mal 200 Gramm auch ein Kilogramm ergeben.
Ich beginne mal mit der Gruppe, was war unverzichtbar. Die Reihenfolge sagt jedoch nichts über die Wichtigkeit aus:
- „Paul“ (Rucksack ca. 40 Liter) – claro, der Wichtigste!
- Schlafsack dünn bis +13 Grad Komfortbereich – für die Zeit August/September vollkommen ausreichend.
- Waschbeutel zum Aufhängen, mit Inhalt
- Microfaser Handtuch
- Packsystem/Packsäcke – für die Ordnung im Rucksack.
- Trekkingstöcke – je leichter desto besser!
- Kopfkissen – aufblasbar. Für mich wichtig, da es schön zu wissen war, dass der Kopf im Sauberen liegt.
- Gürtel aus Textil, mit flacher Schnalle – die flache Schnalle vermeidet Druckstellen durch den Hüftgurt des Rücksacks.
- Sonnencreme
- Hirschtalg – für die Füße, zur Vermeidung von Blasen!!!
- 2 Sicherheitsnadel – zum trocknen der Socken außen am Rucksack. Meine Socken waren nach dem Waschen am nächsten Tag nie trocken.
- ½ Rolle breites Leukotape – prima um die Füße abzukleben. Das Zeug hält ewig und lässt sich zudem fast rückstandsfrei entfernen.
- 1 Packung Taschentücher
- 1-2 Paar Ohropax – sonst wird das nix mit einem erholsamen Schlaf.
- Pilgerpass – ohne den geht garnix in den Herbergen. Kann man in Deutschland oder vor Ort auf dem Camino kaufen. Ich hatte meinen in Deutschland bei den Jakobusfreunden in Paderborn bestellt. Es war zwar etwas teurer als vor Ort, aber man unterstütz ja gleichzeitig auch die Einrichtung, die u.a. die „Casa Paderborn“ in Pamplona betreibt.
- Stein – sollte man bis zum Cruz de Ferro dabei haben. Es war für mich eine sehr schöne und auch sehr emotionale Situation, den Stein am Cruz abzulegen.
- Smartphone – für mich war es unverzichtbar. Zum einen wegen der Camino-app (Camino Pilgrim) und natürlich zum Blog schreiben und Fotos hochladen. Navikarten können auch hilfreich sein.
- Fotoapparat – claro, den kann auch aus meiner Sicht kein Smartphone ersetzen.
- EC + Kreditkarte – Geld wird ja auch benötigt. Eine Kreditkarte habe ich für die Hotelübernachtungen genutzt.
- 1 Müllbeutel – um bei Regen die Sachen im Rucksack zusätzlich vor Nässe zu schützen.
- 1 Paar hohe Wanderstiefel – bei dem teilweise unebenen Untergrund, für mich die sichere Variante gegenüber flachen Schuhen.
- 1 Paar Badelatschen – zum Duschen und in den Herbergen.
- 1 Paar Sportschuhe – Backup-Schuhe und für die Zeit nach dem Ankommen … raus aus den Wanderstiefeln!
- 2 Funktionswanderhosen mit abnehmbaren Beinen – bei zwei identischen Hosen, hätte ich auf ein Paar der abnehmbaren Beine verzichten können. Nur blöd, wenn es kalt ist und die „Hosenbeine“ gewaschen werden müssen.
- 2 Funktions-Shirts – ich hatte die gleiche Farbe und sah immer gleich aus, kein muss, aber so was von unwichtig.
- Longsleeve – morgens kann es kalt sein, da hilft ein warmen Unterziehshirt schon sehr.
- 2 Unterhosen – ich hatte zwei Hosen aus dem Laufshop, wegen des kurzen Zeitbedarfs fürs Trocknen, nach dem Waschen und natürlich wegen der flachen Nähte ... schützt vor „dem bösen Wolf“. ;-)
- 2 Paar Wandersocken – ich bevorzuge dicken Socken, wegen der besseren Dämpfung.
- 1 Paar dünne Wander- oder Sportsocken für die Sportschuhe.
- Softshelljacke – gegen die Kälte.
- Regenjacke – gegen die starke Sonnenstrahlung, nein natürlich gehen den Regen oder auch mal gegen heftigen Wind.
- Sporthose zum Baden oder auch zum Schlafen. Ist einfach angenehmer als in Unterwäsche zu schlafen oder zu baden.
- Halstuch – meine Wahl, ein BW Dreickstuch! Das Tuch war für mich absolut wichtig! Als Halstuch gegen Kälte, als Sonnenschutz für den Nacken und zum Aufnehmen von Schweiß. Und ich sah aus wie ein Pfadfinder. :-D
- Sonnenhut – sieht vielleicht etwas albern aus, ist aber der beste Sonnenschutz!
- Base Cap – sieht nicht so albern aus und reicht bei den nicht so heißen Abschnitten der Strecke oder auch mal fürs Sightseeing.
Was war „nice to have“:
- Isomatte – nett zum herumtragen oder mal zum draufsetzen. Jeder erkannte mich zumindest an der Isomatte wieder. ;-)
- 1 zusätzliches Shirt für die Nacht – ist schöner nicht in dem Shirt zu starten, in dem man geschlafen hat.
- Hemd – es ist nett Abends mal etwas anderes zu tragen.
- Stirnlampe – häufig hilft die Lampe im Smartphone genauso gut.
- Waschpulver in kleinen Zipbeuteln – praktisch, wenn es zum Waschen geht. Der kleine Beutel ist auch leicht mal in der Hosentasche zu verstauen. Ein Beutel reichte bei mir für 6 Wäschen … ein Teelöffel Waschpulver pro Wäsche, somit 6 Teelöffel in einem Beutel.
- Wäscheleine – schafft Platz für die Klamotten zum trocknen, wenn mal nix frei ist. Hilft auch mal etwas am Rucksack festzubinden.
- mp3-Player – war bei mir nur für die ganz einsamen Strecken oder als Stimmungsaufheller nötig.
- Magnesiumpulver – einzeln verpackt, zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen. Es hat mich weitgehend vor Wadenkrämpfen bewahrt.
- Reiseführer – eine gute app auf dem Smartphone tut es auch. Ich hatten den "Outdoor" und habe den Reiseführer für die Streckenvorschau und für die Auswahl der Herbergen (wegen der Bewertungen und Ausstattungen) genutzt.
Und nun kommen die Gegenstände, die ich fast nur spazieren getragen habe bzw. die ich zu viel dabei hatte:
- Contactlinsen und 2 x 100 ml Kombilösung – habe ich nicht einmal benutzt. Meine Brille war ausreichend.
- Blasenplaster – hält eh nicht über eine ganze Woche am Fuß und das Abmachen ist eine Quälerei.
- Sonnenbrille – die Sonne kommt morgens von hinten und tagsüber von links, mein Hut reichte mir vollkommen.
- Foto-Klemmstativ – habe ich nur für Nachtaufnahmen genutzt, es sind immer Pilger da, die ein Foto von einem knipsen.
Was man noch mitnehmen könnte wäre ein Regen-Poncho unter dem der Rucksack dann auch verschwindet. Ich hatte sehr viel Glück mit dem Wetter, so dass ich einen Poncho nicht vermisst habe. Mir hatte das Raincover vom Rucksackt absolut ausgereicht.
Nützlich war auch, den "Paul" vor dem Abflug mit einer Rolle Frischhaltefolie … also keiner ganzen … zu umwickeln. Dass schützt den Rucksack auf dem Transport und die Bänder vom Rucksack können sich nicht in den Transportbändern des Flughafens verheddern.
| "Paul" - ready to take off (... in Frischhaltefolie) |
Falls jemand meine genaue Packliste benötigt oder Fragen hat, dann sendet mir einfach eine E-Mail.
Mitte oder Ende Februar werde ich wohl ein weiteres Video online stellen. Diesmal wird es um die Natur und „Historisches“ auf dem Camino gehen. Also, schaut einfach mal von Zeit zu Zeit vorbei. ... es geht immer weiter!