Ich kann hier nicht für alle Jakobswege eine Aussage treffen, daher beschränke ich mich zunächst auf den Camino Francés und werde diesen Bericht nach meiner Rückkehr vom Camino Primitivo updaten.
Auf dem Camino Francés muss man nicht befürchten, dass man sich verläuft. Der Weg ist hervorragend ausgekennzeichnet und schon mit geringer Aufmerksamkeit wird man sich zu keinem Zeitpunkt verlaufen … na ja, außer in Ponferrada vielleicht, aber da kann man ja fragen … wenn man nicht unbedingt auf Martin trifft, der einem mit großer Gelassenheit versichert: „da werden schon noch Pfeile kommen!“ ... und was soll ich sagen? Es kamen natürlich wieder Pfeile! ;-)
Gelbe Pfeile
Fast auf dem gesamten Weg findet man die „gelben Pfeile“, mit denen der Verlauf des Weges unmissverständlich gekennzeichnet ist.
Die „gelben Pfeile“ findet man, an Randsteine, an Häusern, an Leitplanken, an Bäumen, auf der Straße und und und … es ist quasi wie eine kleine „Schnitzeljagd“ und man jagt auf dem Weg nach Santiago fast überall den Pfeilen hinterher.
Als Erfinder der „gelben Pfeile“ gilt Don Elías Valiña Sampedro (geboren 1929 / gestorben 1989).
Elías Valiña Sampedro war Pfarrer in O Cebreiro und er war begeistert von dem Jakobsweg. Er engagierte sich für den Jakobsweg und besuchte alle Städte entlang des Weges. Er war, Berichten zu Folge, nicht immer zu Fuß unterwegs, sondern nutze auch mal das Auto. Mit seiner Begeisterung steckte er in seinem Umfeld alle an und im nu war der Camino mit den „gelben Pfeilen“ gekennzeichnet.
Seit Don Elías Valiña Sampe im Jahre 1984 auszog um die Wege zu kennzeichnen, hat der Weg eine große Popularität erfahren, die bis heute noch anhält. Auch zeichnen Privatpersonen und auch die Gemeinden die „gelben Pfeile“ ständig nach, um jederzeit dem Pilger von heute, eine große Unterstützung zukommen zu lassen.
Don Elías Valiña Sampe hat, neben der „Erfindung“ der „gelben Pfeile“ auch den ersten Pilgerführer der Neuzeit über den Camino Francés geschrieben. Seit der Erstausgabe seines ersten Pilgerführers, erscheinen jährlich zahlreichen neue Pilgerführer in diversen Sprachen, die kaum eine Frage unbeantwortet lassen.
Muschel
Ein weiteres, nicht wegzudenkendes Wegzeichen, ist die Muschel, die im Zentrum ihrer Strahlen den Weg nach Santiago weisen. Seit dem Mittelalter, seit dem Jakobus einen Ertrinkenden aus dem Meer gerettet hat und der Gerettete am Ufer mit Muscheln übersäht war, seitdem ist die Jakobsmuschel untrennbar mit den Pilgerwegen nach Santiago verknüpft.
Auf dem Weg nach Santiago ist die Muschel, in ihrer natürlichem Form, als Abbild aus Metall, in das Pflaster der Straßen größerer Städte, aber auch in das Straßenplaster einger Dörfer, eingelassen. So führt die Muschel den Pilger zu dem Ziel seiner Pilgerreise.
In Galicien sind Granitsäulen aufgestellt, die den Weg weisen und neben dem Muschelsymbol auch einen „gelben Pfeil“ eingemeißelt haben. Auch an Hauwänden, Mauern oder auf Schildern findet man immer wieder das Muschelsymbol.
Weitere Wegzeichen
Die weiteren Wegzeichen entsprechen eher Verkehrsschildern. Auch mit Hilfe dieser Zeichen wird der Pilger sicher seinem Weg finden.
Fazit
Es braucht sich Niemand Gedanken zumachen, dass er den Weg mit Hilfe von GPS-Koordinaten finden muss. Geh einfach los, sei aufmerksam und nutze die Wegweiser. Sei unbeschwert und genieße den Weg. Ein Pilgerführer kann gleichwohl helfen. Er ist jedoch auf dem Camino Francés nicht zur Wegfindung erforderlich. Der Pilgerführer wird Dir aber auf Alternativstrecken und bei der Auswahl der Herbergen helfen.
Also, ‚buen Camino‘ und mach Dich auf den Weg!
Also, ‚buen Camino‘ und mach Dich auf den Weg!



