Kirchliche Herbergen

Herbergen
Die Herbergen werden im spanischen Albergue oder Refugio (übersetzt: Zuflucht) genannt.

Zunächst muss man wissen, dass es Herbergen gibt, die sich  unterschiedlich finanzieren. Folglich kann man nicht in jeder Herberge den identischen Standard erwarten. 

Kirchliche Herbergen 
Eine Übernachtung in einer kirchlichen Herberge kann ich nur empfehlen. Natürlich wird hier nicht der Service einer Hotelübernachtung geboten, auch findet man häufig Stockbetten oder auch mal nur eine Matratze, die auf dem Boden liegt, jedoch wiegen der Charme und die Atmosphäre in einer kirchlichen Herberge jegliches Komfortbedürfnis auf.
Albergue Parroquial San Juan Bautista Grañon in Grañon
Niemand der in einer kirchlichen Herberge übernachtet wird gezwungen an einem Gottesdienst oder ähnlichem teilzunehmen. Aber hier kann ich nur dazu raten, das Angebot nicht auszuschlagen. Es stellt immer einen ganz besonderen Moment dar an einem Gottesdienst teilzunehmen. Es spielt hierbei keine Rolle, ob Du dem Gottesdienst sprachlich folgen kannst oder ob Du mit dem Ablauf vertraut bist. Macht Dir einfach nur bewusst, dass Du auf einem religiösen Weg unterwegs bist und stellt Dir die Frage, warum Du Dich ausgerechnet für einen der Jakobswege entschieden hast.

Die Übernachtung in kirchlichen Herbergen ist kostenfrei. Die Finanzierung der Herbergen erfolgt ausschließlich durch Spenden (donativo). Als Pilger bekommt man in den meisten Fällen, ein kostenfreies Abendessen und häufig auch ein kostenfreies Frühstück. Zudem gibt es in der Regel auch kostenfreie Getränke. Natürlich sollte man kein opulentes Mahl erwarten, aber einen Salat mit Brot, eine kräftige Suppe oder auch mal Nudeln gehören häufig zu den Angeboten. Auch mit einem Wasser, Wein oder zum Frühstück einen Kaffee kann man durchaus rechnen.
Albergue Hospital de San Nicholás hinter Itero del Castillo
Bevor man sich am folgenden Tag wieder auf den Weg macht, gehört es zum „guten Ton“, dass man sich persönlich von den Hospitaleros verabschiedet und in die Spendenbox den Betrag legt, den man geben möchte. Man gibt also den Betrag, der es „einem Wert“ war. Hier bin ich der Ansicht, dass man nicht zu knickerig sein sollte. Berücksichtige einfach einmal, was Du alles erhalten hast. Berücksichtige die Atmosphäre und nicht wie komfortabel das Bett oder wie üppig das Mahl war. Berücksichtige einfach mal die ideellen Werte. Du hast durch die Übernachtung in einer kirchlichen Herberge die Chance, Dich wie ein Pilger zu fühlen. Der „historische“ Pilger war nicht wohlhabend, sondern darauf angewiesen, dass man ihn zu einem Mahl einlud, ihm einen sicheren Unterschlupf gewährte und ihm mit uneingeschränkter Freundlichkeit begegnete.

Für das Übernachten in einer kirchlichen Herberge ist ebenfalls die Vorlage des Pilgerpasses und eines Ausweises erforderlich. 

Telefonische Reservierungen sind, wie in den öffentlichen Herbergen, nicht möglich.

Nicht jede kirchliche Herberge stempelt auch den Pilgerpass, da nicht jede kirchliche Herberge über einen Stempel verfügt. Hier hast Du jedoch die Möglichkeit den Pass im nächsten Restaurant oder in der nächsten Bar stempeln zu lassen … die Restaurants und Bars haben fast immer einen Stempel!