Montag, 25. Dezember 2017

Meine Bilder des Jahres

Nach einer längeren Pause melde ich mich an dieser Stelle zurück! 

Es geht heute jedoch nicht um den großen Rückblick auf meinen „Camino 2.0“, sondern darum, die Bilder des Camino‘s noch einmal in Erinnerung zu rufen. 

Eine Zeit auf dem Camino, die hauptsächlich von den Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen geprägt war, aber auch die Zeit, die mich mehr als 800 Kilometer von St. Jean nach Santiago führte.

Ich erinnere mich gern, an die Lichtstimmungen und die Farben, die Weite der Landschaften und die schmalen Gassen der Städte, die Einsamkeit und die Geselligkeit. All diese Bilder die sich so eingebrannt haben in die Erinnerungen, dass es gar keiner Fotos bedarf. Aber dennoch habe ich unterwegs zahlreiche Situationen und Stimmungen mit der Kamera eingefangen und nun meine Favoriten zu einem Kalender zusammengestellt. Meine ganz persönlichen Bilder, die für mich das Gefühl dieser Zeit auf dem Camino wiedergeben.

Herausgekommen sind zwei Kalender. Warum zwei? Den einen habe ich für meine Schwester gefertigt, die den Camino im Jahr 2018 ab León gehen wird. Quasi für sie als Vorgeschmack auf den Weg. In dieser Version habe ich daher auch nur Fotos ab León verwendet. Und den Kalender mit dem weißen Hintergrund für mich, den werde ich im Büro aufhängen, um mich jeden Monat des Jahres 2018 erneut an meine Zeit auf dem Camino zu erinnern.
Version ab León

meine Bilder des Jahres

Ich wünsche allen, ein frohes Weihnachtsfest, viel Glück und Gesundheit und alles Gute für 2018!


Im nächsten Jahr wird es natürlich auch an dieser Stelle weitergehen, also versäumt es nicht, von Zeit zu Zeit hier vorbeizuschauen!

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Freitag, 22. September 2017

Fisterra/Cape Finisterre

Als sich der Wecker heute morgen bei mir gemeldet hat, hat er mich aus dem Tiefschlaf gerissen. Da ich in Fisterra frühstücken wollte, konnte ich in aller Ruhe packen und dann zum Busbahnhof gehen. Da ich dann aber doch schneller als erwartet, am Busbahnhof war und auch mein Busticket bereits gekauft hatte, hatte ich noch ausreichend Zeit, um in die dortige Cafeteria zu gehen. Ich bestellte mir ein getoastetes Bocadillo mit Käse und Bacon zum Mitnehmen. Keine 5 Minuten später war es fertig und wurde mir sehr heiß und gut verpackt in die Hand gedrückt!

Als ich mich in der Cafeteria umschaute, erkannte ich Mireille, die ebenfalls am Frühstücken war. Ich setzte mich kurz zu ihr und anschließen gingen wir runter in den Busbahnhof und warteten auf unseren Bus. 

Knapp vor der Zeit war der Bus dann auch da. Erst als Schulbus gekennzeichnet, war der Bus etwas schwer zu identifizieren. Das Gepäck war schnell verstaut und schon konnte es losgehen. Keine 3 Stunden später waren wir in Fisterra. Mireille suchte sich zunächst eine Herbere und ich ging in ein Restaurant am Hafen, da ich mein Hotelzimmer erst ab 13:00 Uhr beziehen konnte. 

Zunächst trank ich nur einen Kaffee, aber dann bestellte ich mir noch eine Portion Calamari in eigener Tinte. Eine super Wahl, wie sich herausstellte. Ich genoss mein vorzeitiges Mittagessen und machte mich dann auf den Weg zum Westrand. Dort wollte ich wenigstens einmal ins Wasser hüpfen. 
Fisterra
am Hafen von Fisterra
Das Wetter war supersonnig. Auch waren am Strand kaum Menschen. Ich machte ein paar Fotos und hüpfte dann ins Wasser. Es war ziemlich kalt … aber das musste sein! Nachdem ich mich in der Sonne wieder ein wenig aufgewärmt hatte, machte ich mich auf den Weg ins Hotel.
auf dem Weg zum Weststrand
am Weststrand
"Paul" und ich am Meer
Dort angekommen war Duschen und Waschen angesagt, ich brauchte schließlich etwas sauberes zum Anziehen für den Rückflug. Anschließend ging es zum Einkaufen in den Supermarkt. Für das Picknick zum Sonnenuntergang musste noch Einiges besorgt werden.
Kirche in Fisterra
Mit Mireille hatte ich als Treffpunkt 18:00 Uhr an der Bushaltestelle ausgemacht, so dass ich mich noch einmal kurz auf dem Bett ausruhen konnte. 

Pünktlich trafen wir uns dann und zogen, mit allem, was für ein Picknick erforderlich ist, auf die letzten 3,2 Kilometer bis zum Cape Finisterre.
Pilgerfigur auf dem Weg zum Kap
Mireille erzählte, dass sie bereits am Nachmittag einmal dort war … nur mal so, um mal einen Eindruck zu bekommen. Neben uns, waren noch viele andere in dieser Richtung unterwegs, wobei uns aber auch so manch einer entgegen kam.

Der Weg bot eine schöne Aussicht auf die Bucht und auf die dahinterliegende Landzunge. Die Zeit bis zum Kap verging durch die immer zu neuen Ausblicke sehr schnell. 
am Kap
Am Null-Kilometer-Stein, der den letzten Punkt zwischen Santiago und Cape Finisterre markiert, wurde natürlich noch ein Erinnerungsfoto gemacht … auch wenn ich den Weg bis Fisterra mit dem Bus gefahren bin. 
Der "Null-Kilometer-Stein"
Hinter dem Leuchtturm stiegen wir dann die Felsen hinab, um ja den besten Blick auf den Sonnenuntergang zu haben. 
der Leuchtturm von Cape Finisterre
Mireille konnte es gar nicht weitgenug die Felsen hinunter gehen. Da sie die Ortslage ja bereits sondiert hatte, überließ ich ihr auch die Wahl des Platzes. 

Dann hatten wir unseren Platz in den Felsen gefunden und fingen an, unsere Köstlichkeiten auszupacken und zu verspeisen. Hierbei bot sich ein ständig neues Farbenspiel. Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter? Wahnsinn!!!
Mireille und ich
Neben uns ließ sich ein junger Mann aus Uruguay nieder … so, so nach Pablo schon der Zweite aus Uruguay … und wie Pablo kam er aus Montevideo und sprach neben deutsch, französisch, englisch und natürlich spanisch. Er war den Weg bis hierher natürlich gewandert und zuvor den Küstenweg gegangen. Der Küstenweg ist sehr viel schwieriger zu gehen, da die Abstände zwischen den Herbergen sehr viel größer sind und der Weg zudem auch noch, um die 860 Kilometer lang ist. Auch das ständige Auf und Ab ist schon heftig. 

Unser Gespräch führten wir in englisch deutsch und französisch, so dass alle jederzeit im Thema waren. 

Dann wendeten wir uns wieder der Sonne, dem Hauptakteur am heutigen Abend, zu. Das Farbenspiel war von Minute zu Minute ein anderes. Wir wurden, in Anbetracht, des perfekten Sonnenuntergangs immer ruhiger und genossen einfach … ohne Worte.
Dann ging der rote Feuerball langsam im Meer unter und verschwand. Auch danach genossen wir noch das Farbenspiel, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Auf den Rückweg kamen unsere Stirnlampen zum Einsatz. Mireille leuchtete uns mit ihr sehr guten Lampe nach vor und ich richtete meine Lampe als Blinklicht nach hinten. So konnten wir sicher sein, dass wir rundherum gesehen wurden.

Wir erreichten Fisterra wohlbehalten, verabschiedeten uns bis zum nächsten Morgen und verschwanden in unseren Unterkünften! 

Ein perfekter Tag am Meer, endetet mit einem perfekten Sonnenuntergang! So kann man doch der Abreise am morgigen Tag gelassen entgegensehen!

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Donnerstag, 21. September 2017

Santiago de Compostela

In der Nacht zog bereits der angekündigte Regen durch. Es gab daher keinen Grund für mich, „zu früh“ aufzustehen. 

Zunächst ging ich erst einmal gegen 9:30 Uhr zum Frühstück. Da ich das spanische Weißbrot so lieb gewonnen habe, gab es natürlich auch heute ein Bocadillo. Der Regen ging derweil, in einen leichten Nieselregen über. Da ich ohnehin meine Regenjacke an hatte, ging ich zum Kathedralenplatz, um zu schauen, ob Rosemarie oder Mireille bereits da waren, aber keiner war in Sicht. Ich wartete dennoch weitere 30 Minuten, in denen viele Pilger ankamen, von denen ich jedoch nur wenige kannte.

Dann beschloss ich mich auf dem Weg zum Gottesdienst zu machen. Nachdem ich um die Ecke kam, war die Überraschung groß … dort stand bereits eine Menschenmenge an, die sich über den gesamten Seitenbereich bis hinauf zur Treppe erstreckte … unglaublich … gefühlte 500 Meter ging ich bis zum Ende der Schlange und dies bereits eine Stunde, vor dem Beginn des Gottesdienstes!
das Anstehen der Massen!
Im leichten Nieselregen ging es, einigermäßen zügig voran. Nach ca. 30 Minuten war ich in der Kirche, in der bereits alle Sitzplätze belegt waren. Nun gut, dann halt stehen! Bereits vor dem Beginn des Gottesdienstes, stimmte eine Nonne die Besucher ein und übte mit allen ein spanisches Lied. Die Besucher, die zu großen Teilen der spanischen Sprache nicht so zugewandt waren, taten sich schwer mit dem Gesang. Hingegen sich die Spanier größte Mühe gaben.

Kurz vor Beginn des Gottesdienstes wurde verlesen, wieviel Pilger gestern angekommen sind und wo sie gestartet waren. Da die statistischen Daten ausschließlich auf spanisch verlesen wurden, musste ich mich damit begnügen, mich unter denen, die in Saint Jean gestartet sind, zu suchen. Es war jedoch auch rauszuhören, dass einige von sehr weit viel weiter weg, ihren Camino begonnen haben.
die Figur des heiligen Jakobus (Hauptaltar)
Mit dem anschließenden Einzug der Geistlichen begann dann der eigentliche Gottesdienst. Auch hier moderierte die schon bekannte Nonne, den weiteren Ablauf und stimmte mit einem wunderbaren Klang die Lieder an. Allein diese klare und wunderbare Stimme war schon einen Besuch wert!
das Santiago-Kreuz
der heilige Jakobus mit Pilgerstab
die heilige Pforte (nur im heiligen Jahr geöffnet)
Der weitere Ablauf hatte eher für die Katholiken, als für mich einen Wiedererkennungswert. Nur vereinzelt erkannte einige Passagen vom Rhythmus und vom Klag her, gleichwohl empfand ich den Gottesdienst als sehr schön und auch trotz der vielen Menschen als sehr würdig. 

Nur vereinzelt sah man Personen die an, m.E. unpassendsten Stellen, Fotos mit Blitz machten. Die Unart, den Ton an Smartphone oder Fotoapparat im kirchlichen Umfeld auf volle Lautstärke zu belassen, sollte m.E. von dem einen oder anderen mal überdacht werden. Sicherlich möchte jeder eine Erinnerung in Form eines Fotos mitnehmen, aber hierfür ist es nicht erforderlich, dass jeder in der Kirche den Bestätigungston wahrnimmt. Auch finde ich das Nutzen eines Blitzes in der Kirche, was zum Großteil auch verboten ist, für etwas zu rücksichtslos. Wenn man sieht, mit welcher Religiosität manch einer dem Gottesdienst folgt, „… so Endet die Freiheit des einen dort, wo die Freiheit des anderen Beginnt …“ (Zitat von Immanuel Kant, 1724 - 1804)! Denn schließlich ist es Kirche und kein Fotostudio.

Nach der Kommunion (Abendmahl) wurde der Gottesdienst mit dem Schwenken des 54 Kilogramm schwerden Weihrauchkessels, dem „Botaufumeiro“, beschlossen. Dieses „Spektakel“ lässt zum Abschluss alle etwas vergessen, wo sie sich den gerade befinden. Es ist jedoch auch besonders spektakulär, wenn der rauchende Behälter durch das Kirchenschiff „fliegt“ und hierbei dem Dach der Kathedrale sehr nahe kommt.  Im Anschluss war der Gottesdienst dann beendet. 
das Schwenken des Weihrauchkessels (Botaufumeiro)
Ich verblieb noch einen Moment in der Kathedrale, bis die großen Menschenmassen abgeflossen waren.

Als ich raus kam, war es weiterhin regnerisch. Ich beschloss dennoch zum Kathedralenplatz zurückzukehren, da ich ja noch Hoffnung hatte, Rosemarie oder Mireille zu treffen. Und siehe da, kaum schaute ich um die Ecke, sah ich bereits Mireille. Als auch sie mich erkannte liefen wir aufeinander zu. Sie war gerade angekommen und sichtlich gerührt, dass ich mein Versprechen eingelöst habe und sie „in Empfang“ nahm. Sie sagte mir, dass sie sich sehr freut, mich zu sehen. Dann fragte sie mich nach Dominik, wobei ich annahm, dass er bereits auf dem Weg zu Flughafen war … aber nein! Genau in diesem Moment kam er auch auf uns zu! Ein wunderbarer Moment für Mireille, war doch Dominik in der Situation da, als sie Schwierigkeiten mit ihrem Geld hatte und Dominik anbot, den Transfer des Geldes über sein Konto abzuwickeln.
Dominik, Mireille und ich
Anschließend ging Mireille in ihr Hotel, Dominik zum Flughafen und ich in ein Cafe.

Aufgrund des schlechten Wetters folgen nun einige Fotos vom Vortag. Santiago mit blauen Himmel sieht einfach schöner aus, als im Regen!
Uhrenturm der Kathedrale (ohne Minutenzeiger)
Jakobusfigur oberhalb der heilige Pforte
 Kloster
Kirche
 Staßenzug im historischen Viertel
"Straßenschlucht"
Eingang zum heutigen Hotel "Parador"
 Rückseite vom Hotel "Prador"
Am Nachmittag kehrte ich dann für zwei Stunden auf mein Zimmer zurück und ruhte mich etwas aus. Das „Nichtwandern“ ist doch ordentlich anstrengend. ;-)

Am Abend war ich dann auf dem Weg, in ein Restaurant, was ich bereits kannte. 

Aus einer kleinen Bar kam gerade Mireille raus, die mir mitteilte, dass ihr die feierlaunigen Amerikanerinnen in der Kneipe, etwas zu laut waren. Wir gingen daher gemeinsam ins Restaurant. Ein Holländer, der uns gegenüber saß, fragte uns, ob wir gepilgert sind, was wir natürlich ausführlich beantworteten. Er selbst war vor vier Jahren den Camino Francés gegangen und heute nur als Tourist in Santiago. Obwohl wir ihn an unseren Tisch baten, wollte er alleine essen. … irgendwie sah er aus wie Sasha Hehn … und wohlmöglich war er es auch. ;-)

Nun ja, wir genossen unser wirklich sehr gutes Abendessen, was zudem auch noch sehr günstig war. Ich hatte eine Art von Eintopf als Vorspeise und Rippen, also keine Rippchen, zum Hauptgang. Die Portion erregte etwas Aufsehen im Restaurant, da nicht viele Teile vom Schwein auf meinem Teller fehlten! Jean-Claude, ein Bekannter von Mireille gesellte sich noch zu uns.

Relativ früh, also gegen 21:30 Uhr traten wir den Rückweg an und so war ich auch zeitnah im Bett.  
Abendstimmung auf dem Katheralenplatz
Abendstimmung
Morgen geht es dann zum Abschluss nach Fisterra. Mireille wollte, wie ich, den ersten Bus nehmen. Ich freue mich sehr über diese wirklich nette Begleitung!

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Mittwoch, 20. September 2017

32. Etappe - Santiago de Compostela

22,2 km: Pedrouzo, Monte de Gozo, Santiago de Compostela


Schon früh wurden die ersten Plastiktüten zusammengeraschelt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass es immer mindestens einen Pilger geben muss, der bei Dunkelheit loszieht. Wobei mir kurz auch die Idee kam früh zu starten, um so den Menschenmassen zu entgehen … aber nach dem Umdrehen auf die andere Seite, war der Gedanke schnell wieder verworfen. Gegen 7:00 Uhr, also genau in dem Moment, als die Dämmerung einsetzte, machte auch in mich fertig. Der Schafsaal war zu diesem Zeitpunkt bereits gut geleert.
 Dämerung ... Zeit zum starten!
Ohne zu frühstücken startete ich durch und traf kurz nach Verlassen von Pedrouzo Dominik wieder, den ich vom Abendessen in Fonría kannte und ihn auch in eine Pause ... vor 2 Tagen getroffen hatte. Wir beschlossen ein Stück zusammen zu laufen. Wir liefen ein gutes gleichmäßiges Tempo und kamen gut voran.

Nach ca. 9 ½ Kilometern legten wir in Lavacolla eine Pause ein. Da uns Beiden nicht nach frühstücken war, tranken wir lediglich einen Kaffee. Stefano kam vorbei und teilte uns mit, dass sich eine Gruppe um 11:00 Uhr auf dem Monte de Gozo treffen will, um gemeinsam nach Santiago einzulaufen … Danke für das Angebot, aber Dominik und ich waren der Ansicht, dass wir eher eine besinnlichere Ankunft bevorzugen … aber auch hier kann ja jeder für sich entscheiden. 

Es ist schon erstaunlich, dass ich ausgerechnet kurz vor Santiago wieder auf Dominik treffe, mit dem ich viele Ansichten teile. Ich höre an dieser Stelle schon wieder die Worte von Kaja (... aus dem letzten Jahr), die der Ansicht ist, dass es keine Zufälle gibt … aber zurück zum Thema …

In dem kleinen Cafe in dem wir waren, hatte die Wirtin bereits auf den Pilgeransturm reagiert und die Tür zur Toilette mit einem elektronischen Zahlenschloss versehen. Jeder Gast erhielt mit seiner Rechnung den Türcode, der die Tür zur Toilette öffnet. Dies ist vielleicht auch eine Art auf die Probleme, die die Pilger verursachen, zu reagieren. Vielleicht ist es aber auch nur besonders geschäftstüchtig. Da die Toiletten recht sauber waren, war für mich soweit alles in Ordnung.

Dominik und ich schauten zunächst noch in der kleinen Kirche vorbei und genossen den Moment der Stille ... und zogen dann weiter. 
 Kiche von Lavacolla
Die Sonne schob die Nebelschwaden langsam, aber stetig beiseite. Es war zwar immer noch recht frisch, aber das Wetter wird wohl heute richtig gut werden.
 Santiago ist nicht mehr weit
Der Weg am Flughafen vorbei war ganz in Ordnung, da man immer wieder in einigen Waldabschnitten eintauchen konnte.

Auf dem Weg zum Monte de Gozo kamen Dominik und ich durch ein kleines Tal, in dem der Nebel noch sehr sanft über der Landschaft lag … einfach wunderbar, was die Natur für tolle Bilder schafft!
was für schöne Momente!
Dann, der wohl letzte leichte Anstieg zum Monte de Gozo. Auf dem letzten Berg von Santiago angekommen, herrschte schon hektische Betriebsamkeit. Zahlreiche Pilger scharrten sich um das Denkmal zu Ehren von Papst Johannes Paul, der zu Lebzeiten Santiago besuchte und hier am Monte de Gozo eine Messe von unzähligen Pilgern abhielt. 
Monte de Gozo
Wir beschlossen direkt zu den Pilgerfiguren durchzustarten, die auf die Kathedrale von Santiago zeigen. Gesagt, getan … und hier war nichts los! Unglaublich! Wir waren absolut allein und genossen die Ruhe und die atemberaubende Aussicht! 
Pilgerfiguren am Monte de Gozo
die Kathedrale von Santiago ist bereits zu sehen!
Dann sahen wir, dass die „veränderte Wegführung“ durch den Park am Monte de Gozo führt! Um so besser, so waren wir direkt in der richtigen Richtung unterwegs und mussten uns nicht zurück, durch die Massen wühlen.

Der weitere Weg führte dann schnell durch die Stadt. Fast unbemerkt waren wir in Santiago angekommen … so fließend war der Übergang. Aber wir waren noch lange nicht am Ziel. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit, bei der wir jedoch jeden Schritt genossen haben, sahen wir erstmals die Spitzen von einem der drei Türme, der Kathedrale. Jedem Spanier ist dieses Gebäude bestens bekannt, so findet man die Kathedrale doch auf der 1 Cent, der 2 Cent und der 5 Cent Münze!
ein Turm der Katherale ist bereits zu erkennen
Nun war es nicht mehr weit … wir kamen in den historischen Kern. Die Sonne schien. Wir hatten einen strahlend blauen Himmel. Die Wetterbedingungen waren grandios!

Noch ein Straßenzug …
nur noch wenige Minuten ....
… dann der Torbogen, der auf den Kathedralenplatz führte … typisch galizische Dudelsackmusik schlug uns entgegen … die Spannungskurve war am Äußersten …
nur noch durch den Torbogen
… geschafft! Wir waren da! Dankbar und glücklich fielen wir uns erstmal in die Arme und verharrten in einem kurzen Moment!

Anschließend sahen wir bereits Timo, Max, Christina und all die bekannten Gesichter! Auch Filopo war, wie aus dem Nichts da! Vielen Dank euch allen, dass ihr da wart!

Dann setzten wir uns erst einmal an die Arkaden und versuchten zu realisieren, was da in den letzten Wochen alles passiert ist. 32 Tage, 813,8 Kilometer .. all die vielen Momente … all die vielen Blasen ;-)
geschafft!!!
Auch Annette kam dann noch zu uns und begrüßte uns. Dann ging ich mit Annette eine Kleinigkeit essen und Dominik stellte sich im Pilgerbüro an, um seine Compostela abzuholen. 

Nach dem Essen, ging auch ich ins Pilgerbüro. Es war voll! Sehr voll! Über 2 Stunden stand ich an und hielt dann die Urkunde in den Händen. 
rein ins Pilgerbüro anstehen für die Compostela
die Pilgerurkunde ... die Compostela
1.235 Pilger sind heute Santiago angekommen!
Dann ging es erst einmal ins gebuchte Hotel, denn um 19:00 Uhr hatten wir uns schon wieder zum Essen verabredet.

Zu Dritt (Annette, Dominik und ich) gingen wir Tapas essen. Und krönten den Abend mit einem Jogurteis! Überall in der Stadt wurde laut und ausgelassen gefeiert. Bei uns war es zwar nicht so laut und ausgelassen, wie bei anderen Gruppen, aber wir hatten großen Spaß daran, die eine oder andere Gruppe bei Ihren Gesängen oder Trinksprüchen bzw. Trinkzeremonien zu beobachten.

Da wir alle recht müde und geschafft waren, verabschiedeten wir uns gegen 21:30 Uhr. Annette reist morgen  weiter und trifft sich in den nächsten Tagen mit ihrer Familie. Dominiks Rückflug geht bereits morgen. Vielen Dank euch Beiden für die schöne gemeinsame Zeit und die tollen Momente!


Erkenntnis des Tages: Irgendwann kommt jeder an!

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