Dankbarkeit ist so selbstverständlich, jedoch nicht immer allgegenwärtig.
Dankbar zu sein macht uns bewusst, dass die einfachsten Dinge des täglichen Lebens, gerade nicht selbstverständlich sind. Und wenn wir Dankbarkeit empfinden, empfinden wir dann nicht auch zugleich Freude und Zufriedenheit? Aber warum streben wir dann nach immer mehr? Warum sind wir nicht mit dem zufrieden, was wir haben?
Der Camino ist eine Möglichkeit, aus dem Alltag „auszubrechen“. Auf dem Camino ist man ohnehin reduziert unterwegs und hat viel Zeit, Dinge viel bewusster wahrzunehmen. Auch wenn wir auf dem Camino nicht in jedem Moment die „Dankbarkeit“ vor Augen haben, so ist die Zufriedenheit doch sehr hoch und wenn wir es zulassen, dann ist die Dankbarkeit auch präsent. Vielleicht braucht es manchmal nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, um zu erkennen, dass nicht alles selbstverständlich ist. Wenn uns Gutes widerfährt, dann liegt es an uns, das Gute zu erkennen und hierfür auch dankbar zu sein.
In diesem Jahr bin ich zum dritten Mal auf dem Camino unterwegs gewesen. Meine Wahl fiel auf den Camino Primitivo. Ich hatte mich ganz bewusst für den Primitivo entschieden, da der Primitivo nicht nur der älteste Weg ist, sondern auch als der körperlich anspruchsvollste Camino gilt.
Immer dann, wenn ich an meine körperliche Grenze komme, nehme ich Dinge viel bewusster wahr, in diesen Momenten, empfinde ich keinen Zweifel, dass ich das Ziel nicht erreichen werde, sondern Vertrauen und Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten. Und wenn das Tagesziel dann geschafft ist, dann kommen Erleichterung, Zufriedenheit und Dankbarkeit hinzu. Dass sind dann die Momente, die mich so an dem Camino faszinieren.
Wer jetzt jedoch denkt, dass ich mich erst „quälen“ muss, um Freude zu empfinden, der sollte sich selbst einmal auf den Camino begeben. Ich empfinde das Gehen und die Anstrengung nicht als Qual. Ich genieße das langsame Tempo beim Wandern und erfreue mich an den Eindrücken des Wegs. Wenn man zu Fuß in der Natur unterwegs ist, dann sieht, riecht und fühlt man viel intensiver. Auch die Menschen, denen man unterwegs begegnet, strahlen entweder Zuversicht oder Zweifel aus. Mir geht es so, dass ich sowohl diese Zuversicht oder Zweifel dafür nutze, um mich selbst zu motivieren. Entweder „lehne“ ich mich an und lass mich „mitziehen“ oder ich versuche die „Zweiflern“ zu motivieren.
Es geht nicht darum immer der Stärkste zu sein, sondern Hilfe anzunehmen oder Hilfe zu geben. Auch hier ist die Dankbarkeit wieder gegenwärtig. Entweder ist man Dankbar für die Hilfe, die einem zu Teil wurde oder man bekommt Dankbarkeit zurück, weil man eine Hilfe für andere war. Natürlich sollte dies ganz normal und auch überall der Fall sein, hierfür bedarf es nicht eines Caminos, aber das Empfinden und die Bereitschaft habe ich auf dem Camino jeder Zeit und auch besonders intensiv wahrgenommen.
Für dieses Gefühl bin ich dankbar. Es ist ein schönes Gefühl, diese Dankbarkeit!
Wie in den Jahren zuvor, habe ich auch in diesem Jahr meine Bilder des Caminos in einem kleinen Film verbaut. Ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment auf dem Camino!
Um einen Eindruck von meiner Reise zu erhalten, seht euch einfach den kleinen Film an:
Link zu meinem Youtube-Kanal
_____________________
Um einen Eindruck von meiner Reise zu erhalten, seht euch einfach den kleinen Film an:
Link zu meinem Youtube-Kanal
_____________________