Schon früh wurden die ersten Plastiktüten zusammengeraschelt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass es immer mindestens einen Pilger geben muss, der bei Dunkelheit loszieht. Wobei mir kurz auch die Idee kam früh zu starten, um so den Menschenmassen zu entgehen … aber nach dem Umdrehen auf die andere Seite, war der Gedanke schnell wieder verworfen. Gegen 7:00 Uhr, also genau in dem Moment, als die Dämmerung einsetzte, machte auch in mich fertig. Der Schafsaal war zu diesem Zeitpunkt bereits gut geleert.
| Dämerung ... Zeit zum starten! |
Ohne zu frühstücken startete ich durch und traf kurz nach Verlassen von Pedrouzo Dominik wieder, den ich vom Abendessen in Fonría kannte und ihn auch in eine Pause ... vor 2 Tagen getroffen hatte. Wir beschlossen ein Stück zusammen zu laufen. Wir liefen ein gutes gleichmäßiges Tempo und kamen gut voran.
Nach ca. 9 ½ Kilometern legten wir in Lavacolla eine Pause ein. Da uns Beiden nicht nach frühstücken war, tranken wir lediglich einen Kaffee. Stefano kam vorbei und teilte uns mit, dass sich eine Gruppe um 11:00 Uhr auf dem Monte de Gozo treffen will, um gemeinsam nach Santiago einzulaufen … Danke für das Angebot, aber Dominik und ich waren der Ansicht, dass wir eher eine besinnlichere Ankunft bevorzugen … aber auch hier kann ja jeder für sich entscheiden.
Es ist schon erstaunlich, dass ich ausgerechnet kurz vor Santiago wieder auf Dominik treffe, mit dem ich viele Ansichten teile. Ich höre an dieser Stelle schon wieder die Worte von Kaja (... aus dem letzten Jahr), die der Ansicht ist, dass es keine Zufälle gibt … aber zurück zum Thema …
Nach ca. 9 ½ Kilometern legten wir in Lavacolla eine Pause ein. Da uns Beiden nicht nach frühstücken war, tranken wir lediglich einen Kaffee. Stefano kam vorbei und teilte uns mit, dass sich eine Gruppe um 11:00 Uhr auf dem Monte de Gozo treffen will, um gemeinsam nach Santiago einzulaufen … Danke für das Angebot, aber Dominik und ich waren der Ansicht, dass wir eher eine besinnlichere Ankunft bevorzugen … aber auch hier kann ja jeder für sich entscheiden.
Es ist schon erstaunlich, dass ich ausgerechnet kurz vor Santiago wieder auf Dominik treffe, mit dem ich viele Ansichten teile. Ich höre an dieser Stelle schon wieder die Worte von Kaja (... aus dem letzten Jahr), die der Ansicht ist, dass es keine Zufälle gibt … aber zurück zum Thema …
In dem kleinen Cafe in dem wir waren, hatte die Wirtin bereits auf den Pilgeransturm reagiert und die Tür zur Toilette mit einem elektronischen Zahlenschloss versehen. Jeder Gast erhielt mit seiner Rechnung den Türcode, der die Tür zur Toilette öffnet. Dies ist vielleicht auch eine Art auf die Probleme, die die Pilger verursachen, zu reagieren. Vielleicht ist es aber auch nur besonders geschäftstüchtig. Da die Toiletten recht sauber waren, war für mich soweit alles in Ordnung.
Dominik und ich schauten zunächst noch in der kleinen Kirche vorbei und genossen den Moment der Stille ... und zogen dann weiter.
| Kiche von Lavacolla |
Die Sonne schob die Nebelschwaden langsam, aber stetig beiseite. Es war zwar immer noch recht frisch, aber das Wetter wird wohl heute richtig gut werden.
| Santiago ist nicht mehr weit |
Der Weg am Flughafen vorbei war ganz in Ordnung, da man immer wieder in einigen Waldabschnitten eintauchen konnte.
Auf dem Weg zum Monte de Gozo kamen Dominik und ich durch ein kleines Tal, in dem der Nebel noch sehr sanft über der Landschaft lag … einfach wunderbar, was die Natur für tolle Bilder schafft!
| was für schöne Momente! |
Dann, der wohl letzte leichte Anstieg zum Monte de Gozo. Auf dem letzten Berg von Santiago angekommen, herrschte schon hektische Betriebsamkeit. Zahlreiche Pilger scharrten sich um das Denkmal zu Ehren von Papst Johannes Paul, der zu Lebzeiten Santiago besuchte und hier am Monte de Gozo eine Messe von unzähligen Pilgern abhielt.
| Monte de Gozo |
Wir beschlossen direkt zu den Pilgerfiguren durchzustarten, die auf die Kathedrale von Santiago zeigen. Gesagt, getan … und hier war nichts los! Unglaublich! Wir waren absolut allein und genossen die Ruhe und die atemberaubende Aussicht!
| Pilgerfiguren am Monte de Gozo |
| die Kathedrale von Santiago ist bereits zu sehen! |
Dann sahen wir, dass die „veränderte Wegführung“ durch den Park am Monte de Gozo führt! Um so besser, so waren wir direkt in der richtigen Richtung unterwegs und mussten uns nicht zurück, durch die Massen wühlen.
Der weitere Weg führte dann schnell durch die Stadt. Fast unbemerkt waren wir in Santiago angekommen … so fließend war der Übergang. Aber wir waren noch lange nicht am Ziel.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, bei der wir jedoch jeden Schritt genossen haben, sahen wir erstmals die Spitzen von einem der drei Türme, der Kathedrale. Jedem Spanier ist dieses Gebäude bestens bekannt, so findet man die Kathedrale doch auf der 1 Cent, der 2 Cent und der 5 Cent Münze!
| ein Turm der Katherale ist bereits zu erkennen |
Nun war es nicht mehr weit … wir kamen in den historischen Kern. Die Sonne schien. Wir hatten einen strahlend blauen Himmel. Die Wetterbedingungen waren grandios!
Noch ein Straßenzug …
| nur noch wenige Minuten .... |
… dann der Torbogen, der auf den Kathedralenplatz führte … typisch galizische Dudelsackmusik schlug uns entgegen … die Spannungskurve war am Äußersten …
| nur noch durch den Torbogen |
… geschafft! Wir waren da! Dankbar und glücklich fielen wir uns erstmal in die Arme und verharrten in einem kurzen Moment!
Anschließend sahen wir bereits Timo, Max, Christina und all die bekannten Gesichter! Auch Filopo war, wie aus dem Nichts da! Vielen Dank euch allen, dass ihr da wart!
Dann setzten wir uns erst einmal an die Arkaden und versuchten zu realisieren, was da in den letzten Wochen alles passiert ist. 32 Tage, 813,8 Kilometer .. all die vielen Momente … all die vielen Blasen ;-)
| geschafft!!! |
Auch Annette kam dann noch zu uns und begrüßte uns. Dann ging ich mit Annette eine Kleinigkeit essen und Dominik stellte sich im Pilgerbüro an, um seine Compostela abzuholen.
Nach dem Essen, ging auch ich ins Pilgerbüro. Es war voll! Sehr voll! Über 2 Stunden stand ich an und hielt dann die Urkunde in den Händen.
| rein ins Pilgerbüro anstehen für die Compostela |
| die Pilgerurkunde ... die Compostela |
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| 1.235 Pilger sind heute Santiago angekommen! |
Zu Dritt (Annette, Dominik und ich) gingen wir Tapas essen. Und krönten den Abend mit einem Jogurteis! Überall in der Stadt wurde laut und ausgelassen gefeiert. Bei uns war es zwar nicht so laut und ausgelassen, wie bei anderen Gruppen, aber wir hatten großen Spaß daran, die eine oder andere Gruppe bei Ihren Gesängen oder Trinksprüchen bzw. Trinkzeremonien zu beobachten.
Da wir alle recht müde und geschafft waren, verabschiedeten wir uns gegen 21:30 Uhr. Annette reist morgen weiter und trifft sich in den nächsten Tagen mit ihrer Familie. Dominiks Rückflug geht bereits morgen. Vielen Dank euch Beiden für die schöne gemeinsame Zeit und die tollen Momente!
Erkenntnis des Tages: Irgendwann kommt jeder an!
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