Am vergangenen Sonntag war es nun so weit, mit fast vollständiger Ausrüstung ging es raus in die nahe Umgebung, um die Ausrüstung und den Körper einem ersten Belastungstest zu unterziehen.
Tags zuvor, wurde Paul mit allerhand Ausrüstung bestückt. Insgesamt kam er somit auf stattliche 8,6 Kilogramm inklusive einem Liter Wasser … also schon sehr dicht an den Realbedingungen.
Die Ausrüstung ließ sich relativ einfach verstauen. Die Wahl eines Packsystems schien sich zu bewähren. Auch mit der Gewichtsverteilung gab es keine größeren Probleme. Insgesamt fühlte sich alles ganz gut an. Nirgends drückte etwas.
So startete ich gegen 9:30 Uhr zusammen mit dem „dicken Paul“ zu der ersten Probewanderung.
Anfänglich war der Einsatz der Wanderstöcke noch etwas gewöhnungsbedürftig. Häufig verfehlten die Dinger noch ihren Zweck und landeten mal auf meiner Fußspitze oder verloren den Rhythmus. Auch konnte ich mich nicht so richtig entscheiden, wie ich mit der Handschlaufe umgehen sollte oder wo bzw. wie ich die Stöcke greifen sollte. Nun ja … aller Anfang ist schwer und nach und nach fand ich so meine „Technik“. Ob ein erfahrener Wanderer die Stöcke anders oder effektiver einsetzt … das wird die Zeit zeigen. Jedoch konnte ich zum Ende meiner Probewanderung feststellen, dass mit einsetzender Erschöpfung, die Wanderstöcke eine wirkliche Entlastung für die Beine sein können.
Aber zurück zur Tour … bei sonnigstem Wetter und spanischen Temperaturen spulte ich meine Kilometer ab und machte auch die eine oder andere Pause. Nach ca. 2 Stunden lagen die ersten 10 Kilometer hinter mir, ohne dass es mich sonderlich belastet hätte. Paul benahm sich vorbildlich und saß perfekt auf meinem Rücken. Auch mein ganzer Körper zeigte bisher keine großen Belastungsanzeichen, außer dass mir das Schweiß-Sonnencreme-Gemisch immer wieder in die Augen lief und meinen Kontaktlinsen ziemlich zusetzte. Aber ich hatte ja mein Waschbeutel mit Spiegel dabei … und im nuh waren die Linsen wieder gereinigt und zurück im Auge. Ich werde mich aber wohl noch um ein Halstuch bemühen müssen, damit ich hier präventiv tätig werden kann, so dass gar nicht erst der Schmierfilm ins Auge kommen kann. Also, bereits jetzt die erste Erkenntnis des Tages: „Anstrengungen können spontane Transpirationen auslösen, die vom Auge fernzuhalten sind“ oder anderes ausgedrückt: „es brennt höllisch im Auge!“. ;-)
Da ich mich nach 10 Kilometern einfach noch zu fit fühlte, beschloss ich weiter zu wandern. Nach ca. 3 Stunden merkte ich jedoch, dass mein Wasservorrat etwas knapp bemessen war, aber egal, da muss man durch … ist ja auch ein Test, wie der Körper damit klar kommt. Also ging es weiter durch die sonnige platte norddeutsche Landschaft. Auf den letzten 2-3 Kilometer war noch ein Höhenunterschied von ca. 5-10 Meter zu bewältigen. Bedenkt man, dass solche „Erhebungen“ doch recht selten in diesen „Breitengraden“ anzutreffen sind, kann man den Höhenunterschied schon als eine weitere „Herausforderung“ betrachten. ;-) Hier bewährte sich dann auch meine stark verbesserte Stocktechnik. Die Entlastung der Oberschenkel war deutlich spürbar und so schaffte ich den Höhenunterschied und den Rest des Weges und kam nach ca. 20 Kilometern, in einer Zeit von 4:20 Stunden, wieder zu hause an. Mein erster Gedanke war: raus aus den Schuhen und rein mit der Flüssigkeit … also nicht in die Schuhe … ich meine: trinken, trinken, trinken! Nach einer Dusche war dann alles wieder gut. Den Rest des Tages ruhte ich mich, jedoch relativ bewegungsneutral und nur mit einem ziemlichen Muskelkater, aber ohne Blasen oder Druckstellen, aus.
… taja, „dieser Weg wird kein leichter sein …“ aber das hat auch niemand behauptet!