Eine erholsame Nacht ging gegen 7 Uhr zu Ende. Nach dem Frühstück ging es um 8 Uhr los.
Wie in den Tagen zuvor lag der Nebel über den Feldern. Heute wollte sich die Sonne jedoch nicht so zügig durchsetzen.
| Morgenstimmung |
| ein kunstvolles Netz |
| Pilgerin und Pilger |
Diana und ich waren wieder zu zweit unterwegs. Wir hatten die heutige Etappe spontan von den eigentlich ca. 25 Kilometern auf fast 29 verlängert, um so am letzten Tag nicht zu spät in Santiago zu sein. Auf unter 20 Restkilometer werden wir somit heute kommen.
Der Streckenverlauf konnte uns nichts mehr abfordern. Alles hatten wir in den letzten Tagen kennen gelernt. Auch laufen wir nun fast 10 Tage zusammen und haben einen sehr guten Laufrhythmus gefunden.
Wir jeden Tag haben wir heute die Pause für ein zweites Frühstück nach ca. 5 Kilometern eingelegt. Ein recht steiler, aber kurzer Anstieg lag da bereits hinter uns.
Aber erst in der zweiten Pause in A Calzada kam dann die Sonne so richtig raus und setzte sich gegen den Nebel durch. Mehr als 14 Kilometer lagen da bereits hinter uns. Halbzeit für heute. Hier trafen wir Spohie und Heidi wieder. Aber zunächst die Bestellung. Ein Bocadillo mit Käse und Speck, dazu ein Tee zum aufwärmen, standen diesmal auf meinem Speiseplan.
Als ich mit meiner Bestellung raus in die Sonne ging, saß dort, wie aus dem Nichts, Simon! Na, das ist ja mal ein Zufall! Seit León hatten wir uns nicht mehr gesehen. Er fragte natürlich gleich nach Louis und Tabea, von denen ich wusste, dass sie ca. einen Tag hinter uns sind. Simon wollte heute bis Santiago … also ca. 40 Kilometer … zu weit für mich!
Simon war mit 3 anderen unterwegs und zog weiter. Auch uns zog es weiter. Weiter duch die Eukalyptuswälder. Weiter zu unserem Ziel.
Auffällig sind seit ein paar Tagen Pilger mit Minirucksäcken oder ohne Rucksäcke … 100-Kilometer-Pilger habe ich diese „Spezies“ genannt. Die Pilger gehen ausschließlich die letzten 100 Kilometer, um hierfür die Compostela zu erhalten. Mehr ist ja nicht erforderlich. Zudem geben diese Pilger häufig ihr Gepäck an Transportdienste ab, um es befördern zu lassen. Dies kommt für uns nicht in Frage! Entweder richtig oder gar nicht! Aber jeder muss dies mit sich selbst ausmachen. Dies trifft natürlich auch auf die sogenannten „Buspilger“ zu, die um Anstrengungen zu vermeiden, den Bus nehmen und fahren. Ausgestiegen wird nur, um einen Stempel in den Pilgerpass zu bekommen.
Wir machten heute noch einen weiteren Stopp nach ca. 20 Kilometern. Erneut etwas trinken und dann weiter. Ohne große Probleme kamen wir gegen 16:30 Uhr in einer de größten Herbergen, in Pedrouzo an. Wobei von den 94 Betten nur wenige belegt waren.
| Diana und ich |
| Santiago? ... da gehts lang |
| 20 Kilometer und ein bischen |
Zum Essen gingen wir zum Italiener … es gab Pizza! Wenn man mehr als 780 Kilometer in 33 Tagen gegangen ist, dann gönnt man sich das, worauf man Lust hat!
Erkenntnis des Tages: „Morgen bin ich in Santiago!“