Samstag, 29. Juli 2017

Probewandern - Part II

Mit etwas Abstand zu unserer ersten Probewanderung machten wir uns heute auf den Weg zu einer zweiten Runde. Das Ziel war es, die Strecke am heutigen Tage um ca. 5 Kilometer, gegenüber unserer ersten Wanderung zu verlängern. Und soweit sei es vorweggenommen … es hat funktioniert!

Gegen 11 Uhr machten wir, also Jana und ich, uns mit gepackten Rucksäcken auf den Weg. Das Wetter war wieder einmal optimal. Windig, leicht schwül, aber trocken und zeitweise sonnig. 

Zunächst führte uns unser Weg wieder durch ein Waldgebiet, welches sehr angenehm zum Laufen war. Der weiche Waldboden ist, so finde ich, noch immer der beste Untergrund, um zu wandern. Nach dem Waldgebiet öffnete sich der Blick. Vor uns lagen Getreidefelder, wie wir sie auch in Spanien sehen werden. 
Getreidefelder
Irgendwie erinnerte mich der heutige Weg auch etwas an den Camino. Nur die Kirchen in Deutschland heben sich eindeutig in ihrer Bauweise und auch der gesamten Art, deutlich von den spanischen Kirchen ab. So finden wir in Spanien, wenn überhaupt, nur selten Backsteinbauten, die doch in unseren Breiten sehr häufig vorkommen.
St. Antonius Kirche
Als wir zum Kanal kamen schimmerte dieser, wie schon bei der letzten Probewanderung, in einem schicken Türkis. Durch die bedrohlich hereinziehenden Wolken machte die gesamte Szenerie einen etwas mystischen Eindruck. Aber die Wolken behielten ihren Inhalt, anders als in den letzten Tagen und Wochen, doch bei sich, so dass wir weiterhin trocken vorankamen. 
Datteln-Hamm-Kanal
Auf dem weiteren Weg kamen wir nur in ein sehr ländliches Gebiet. Große Wiesen und ein intaktes Ökosystem macht es möglich, dass sich hier vielerlei Getier wohlfühlt. Schon lange habe ich Störche nicht mehr so entspannt aus der Nähe gesehen. Anmutig stand das Storchenpaar auf einer  Wiese und suchte nach etwas fressbarem. Die Wiese, die wohl zu einem größeren Grundstück gehörte umrundeten wir ca. zur Hälfte, wobei das Storchenpärchen unsere Anwesenheit nicht störte.
Störche am Wegesrand
Nach einer Weile kamen wir zum Schloss Heessen, welches heute ein Landschulheim und ein Internat bzw. ein privates Gymnasium beherbergt. Wir nutzten die Gelegenheit für eine kleine Pause und einen kleinen Rundgang durch die Anlage.
Eingang zum Schloss Heessen
Schloss Heessen
Anschließend setzten wir unsere Tour vor. Es ging weiter an der Lippe entlang, bevor wir am Ruderclub vor einem verschlossenen Tor standen. Was soll das denn nun? Den ganzen Weg kann man frei gehen und dann ein verschlossenes Tor … typisch deutsch! Nun gut. Rucksack abgesetzt und über den Zaun gehoben, Stöcke auf die andere Seite und dann so elegant wie möglich … und ohne die Hose zu zerreißen über das Tor geklettert … geschafft! 

Alles heile geblieben und schon ging es weiter. Rauf auf den Damm, am Flugplatz vorbei, über die Brücke zurück in die Stadt. Noch eine Pause auf einer Bank, denn es war sehr warm geworden und dann über den Burghügel zurück in der Natur. Schnell noch ein kurzes Selfi …
Jana und ich
und weiterging es zurück zum Ausgangspunkt. 

Unser Ziel, die Strecke um 5 Kilometer zu verlängern haben wir exakt hinbekommen. Am Ende der Tour hat meine App eine Strecke von 23,2 Kilometer aufgezeichnet. Insgesamt waren wir 5 ½ Stunden unterwegs. Ohne unsere Pausen hat die App wieder eine sehr hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,9 km/h ausgerechnet.

Unser Tempo ist eindeutig zu schnell, aber die Streckenlänge haben wir drauf. Ich denke Jana und ich sind bestens für den Camino vorbereitet und der Rest wird sich ohnehin vor Ort zeigen. 

Den Rest des Tages habe ich zumindest versucht die Füße etwas hochzulegen, was mir auch ganz gut gelungen ist. Jana hat den Nachmittag natürlich sportlich ausklingen lassen. 

Wichtig ist, dass wir beide bisher blasenfrei geblieben sind, uns mit unserer Ausrüstung angefreundet haben. Auch müssen  und wir vor den ersten Tagesetappen keine Angst haben, denn körperlich sollten wir die Strecken gut schaffen können.

In drei Wochen geht es los, so dass dies dann auch die letzte Probewanderung für den „Camino 2.0“ war! Nun gilt es die Füße zu pflegen. Festzulegen, welche Ausrüstung mitkommt und dann nur noch die Spannung und Freude hochzuhalten.

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