Freitag, 11. August 2017

Pilgerpass

Schon vor einiger Zeit habe ich unsere Pilgerpässe im Internet, bei den „Jakobusfreunden-Paderborn“, bestellt. Mit einigem Geschick und einem kurzen Telefonat, mit einer sehr freundlichen Dame von den „Jakobusfreunden-Paderborn“, gelang es mir die Daten der zweiten Person, in das freie Feld unterhalb des eigentlichen Formulars einzutragen, um so beide Pässe mit einer Bestellung zu erhalten.

Wie im letzten Jahr, wurden unsere Pässe bereits nach kurzer Zeit per Post geliefert. Natürlich kann man sich auch in Saint-Jean einen Pilgerpass für 2 € im dortigen Pilgerbüro besorgen, aber ich denke, mit dem leicht höheren Betrag bei den „Jakobusfreunden-Paderborn“, tut man noch etwas Gutes für die dortige Vereinskasse. 

Bei den „Jakobusfreunden-Paderborn“ werden nicht nur die Pilger mit dem obligatorischen Pilgerpass ausgestattet, sondern dort ist man auch für die „Casa Paderborn“ … was für ein origineller Name ;-) … in Pamplona zuständig. Die Herberge kann ich nur jedem Pilger wärmstens ans Herz legen. Die Casa Paderborn liegt unmittelbar vor den Toren Pamplonas, also vor der Stadtmauer, an einem Fluss. Da die Herberge von deutschen Hospitaleros betrieben wird, spricht man dort natürlich auch deutsch. Die Räumlichkeiten sind sauber und authentisch. Die Anzahl der Betten pro Zimmer sind nicht zu hoch. Im letzten Jahr war ich in einem 6-Bett-Zimmer untergebracht und habe die familiäre Atmosphäre sehr genossen.

Weiterhin geben die „Jakobusfreunde-Paderborn“ den sogenannten „Schmidtke“ (früher auch das „gelbe Heft“ genannt) heraus, der ein Verzeichnis aller Unterkünfte am Camino Francés beinhaltet. Das Heft ist nicht ein unbedingtes Muss, aber es beinhaltet schon einige Unterkünfte, die nicht im Reiseführer oder „meiner App“ auftauchen. Dennoch habe ich erneut auf den „Schmidtke“ verzichtet. Mals sehen, vielleicht treffe ich ja wieder auf einen „Helge“ der den „Schmidtke“ dabei hat und super Tipps geben kann. 

Zurück zum Pilgerpass. Der Pilgerpass, der offiziell „Credencial del Peregrino“ heißt, ist ein offizielles Dokument und wird von der Kirche in Santiago des Compostella herausgegeben. Er berechtigt nicht nur zum Übernachten in den offiziellen Herbergen, sondern dient auch als Nachweis der Pilgerreise. Darüber hinaus soll der Pilgerpass auch zu einer kostenfreien medizinischen Behandlung in bestimmten Einrichtungen berechtigen, wobei ich eher davon ausgehe, dass sich diese „Tür“ nur durch die Krankenversichertenkarte öffnen wird. ;-) Aber wer will dies schon auf dem Camino ausprobieren? Ich für meinen Teil beschließe hiermit: ich bleibe lieber gesund!
Pilgerpass - Credencial del Peregrino
Die diesjährige Ausgabe des Pilgerpasses verfügt, gegenüber der Ausgabe vom letzten Jahr, über ausreichend Platz für Stempel. Insgesamt stehen 54 Felder zur Verfügung, so dass ab Sarria, also für die letzten 100 Kilometer täglich zwei Stempel gesammelt werden können. Immerhin ist sich die Literatur auch weiterhin nicht einig, ob man auch als „Langstecken-Pilger“ auf den letzten 100 Kilometern zwei Stempel für die Compostella (Urkunde) benötigt oder ob dies nur für die „Sprint-Pilger“ erforderlich ist, die lediglich die letzten 100 Kilometer pilgern. Ich werde in jedem Fall wieder zwei Stempel auf den letzten 100 Kilometern sammeln, da die Stempel auch eine sehr schöne Erinnerung an die Strecke sind.

In diesem Sinne … nächste Woche geht’s schon los!

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