Sonntag, 20. August 2017

1. Etappe – Roncesvalles

26,8 km: Saint-Jean-Pied-de-Port, Huntto, Orisson, Ibañeta-Pass, Roncesvalles 

Die Nacht war natürlich sehr ruhig … also ich habe niemanden schnarchen gehört. ,-)

Da es erst ab 7 Uhr Frühstück gab, haben wir ordentlich Schlaf nachgeholt. Das Frühstück war auch richtig gut! Gut gesättigt sind wir dann gegen 8:20 Uhr losgekommen. Ein letztes Fotos am Santiago-Tor und schon waren wir auf dem Camino. 
Jana und ich am Santiago-Tor
Das Wetter war richtig gut. Supersonnig und noch  leicht kühl. Nach dem wir Saint Jean verlassen haben, begann auch schon der Aufstieg. Schnell stellte sich heraus, dass wir zu warm angezogen waren. Also, der erste willkommende Stopp … für mich. :-)

Der Weg und das Wetter waren in der Kombination doch sehr schweißtreibend … egal, wir finden es toll!
Hammer Wetter
Tolle Aussicht
Unsere erste richtige Begegnung hatten wir mit George (72 Jahre) aus Australien, aber gebürtig aus Malta. Und so kam es, dass wir eine tolle Erzählung quer durch die Geschichte Maltas genossen haben. Der ältere Herr konnte so toll und fesselnd erzählen, dass wir ganz vergessen haben, nach seinem ehemaligen Beruf zu fragen. Für uns wäre er in jedem Fall ein prima Geschichtslehrer gewesen. 

Nach einem ungeplanten längeren Stopp, ließen wir George im Schatten eines Baumes zurück und zogen weiter … und unerbittlich steil bergauf.
ganz schön ... steil
In Orisson trafen  wir auf Johannes. Einen 17 jährigen Deutschen, von dem uns George bereits berichtet hat. Johannes war mit seiner Mutter und seiner Tante unterwegs. Es war schon schön zu sehen, wie leicht man auf dem Camino mit Leuten ins Gespräch konnt.

Wir brachen nach einem erfrischendem Getränk auf und ließen auch Johannes zurück, der noch auf seine beiden Begleiterinnen wartete.
weiter gehts
Also, weiter den Berg hinauf! Oh man, Jana legte ein ganz schönes Tempo vor und ich versuchte irgendwie dran zu bleiben, was jedoch nicht so leicht war. Aber egal, ich schaffe das, … die „Kleine“ läuft mir nicht weg.  ;-) Aber Jana passte auch auf mich auf und machte langsamer … gut so, und Dankeschön Jana!

Langsam kamen wir immer höher, es wurde kühler und mein "Motor" kam wieder besser in Schwung.
Wegweiser
noch fit!?
Das Wetter war immer noch genial. Wolkenfreie Pyrenäen, wer hätte das gedacht? Schafe, Widder … also natürlich die Mehrzahl von Widder (es ist spät und ich bin nicht in der Lage, die Mehrzahl von Widder für Euch zu googeln) evtl. sind es ja Widderre und auch Pferde säumten den Weg. Über uns riesige Greifvögel … total idyllisch.
Rechts vor Links
Wir, bzw. ich quälte mich den Berg rauf. Und siehe dar, wir kamen immer weiter voran. Kurz hinter dem „Roland Brunnen“ erreicht wir Spanien, besser gesagt die Region Navarra.
von nun an, gehen wir durch Spanien
An dem, mit 1.425 Meter hohen Leopolder, stand ein großer Autoanhänger aus dem ein freundlicher Spanier Getränke, Obst und sonstiges Allerlei verkaufe.  Sofort zog ich das Tempo an, also quasi zum ersten Mal am heutigen Tag und schon hatte ich eine kühle Cola in der Hand. Jana war mehr für eine Wassermelone zu begeistern.

Anschließen noch ein Anstieg und dann ging es nur noch bergab … jaaaa, bergab ist voll mein Ding! Nun hatte es Jana schwerer zu folgen. Der Rucksack schob von hinten und die Sportschuhe hatten deutliche Nachteile, gegenüber meinen Wanderschuhen. Ich konnte die Steine einfach überlaufen und Jana müsste doch vorsichtiger sein. Gut so! Nur nichts riskieren. Es ist weit bis Santiago. 
der letzte Abschnitt vor dem Tagesziel
Wir meisterten auch diese Herausforderung und wir erreichten das Kloster von Roncesvalles wohlbehalten, glücklich und erschöpft. 
das Kloster von Roncesvalles
Beim einchecken erhielten wir superschöne Betten im renovierten Teil des Klosters. Woau, sauber und schön! Volltreffer. Dann das Übliche, duschen, waschen und relaxen. 
der Schnarchsaal
Danach sind wir durch das Kloster geschlendert. Durch Zufall gingen wir in die Kirche. Dort spiele en junger Mann auf der Orgel sehr moderne Stücke (u.a. Fluch der Karibik) und sang auch dazu. Woau, klasse! 

Anschließen noch ein Foto und dann zum Essen. 
nur noch 790 Kilometer ... auf der Straße
Es gab Nudeln und Suppe zu Vorspeise .. also beides … dann Hühnchen mit Pommes und zur Nachspeise Jogurt, dazu Wein und Wasser und tolle Gespräche am runden Tisch mit 8 Personen. Gegen 22 Uhr gings ins Bett!


Erkenntnis des Tages: Bergauf schwächelt der „alte Mann“!

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