29,4 km: Oviedo, Ules, Los Arroxos, Escamplero, Larracha, Grado
Heute morgen klingelte mein Wecker erst um 6:45 Uhr. Da die Anreise doch etwas wenig Schlaf mit sich gebracht hat und ich ausgeruht die 1. Etappe angehen wollte, hatte ich beschlossen auszuschlafen. Naja, was man so „ausschlafen“ nennt. ;-)
Ach ja, also, die erste Nacht habe ich natürlich im vorgebuchten Hotel verbracht. :-)
Nach einem wirklich sehr guten Frühstück machte ich mich gegen 8:30 Uhr auf den Weg. Da ich, im ersten Teilabschnitt, nicht den klassischen Weg gehen wollte, hatte ich tatsächlich die ganze Zeit meinen Reiseführer in der Hand. Dank der sehr guten Beschreibung, waren keine extra Kilometer (Umwege) erforderlich.
Zielgerichte schritt ich also los, und dann schon gleich die erste Kuriosität … da hat man doch tatsächlich, bei einer Treppe die steil nach oben führt, nach wenigen Stufen einen Absatz gemacht und eine Bank hingestellt. Ich will mal hoffen, dass das den ganzen Weg so weiter geht … das nenne ich mal altersgerechtes Pilgern! ;-)
| Aufstieg mit vielen Rastmöglichkeiten |
Mein erstes Ziel waren die Kirchen Santa María del Naranco und San Miguel de Lillo. Beide Kirchen sind seit 1985 UNESCO-Weltkulturerbe.
| Santa María del Naranco |
| San Miguel de Lillo |
| der Aufstieg |
| Wolken im Tal! Kühe davor! |
| ein Zeichen! |
Direkt am Weg lag ein Restaurant mit Möglichkeiten draußen zu sitzen. Eine gute Gelegenheit für eine Pause. Dort traf ich dann auch Gaetano.
| Mittagspause in Escamplero |
Er wollte genau wie ich, heute bis Grado gehen, aber er war der Meinung, dass es dort nur wenig Platz in der Herberge geben würde und dass es heute ja spät wird. Ich korrigierte ihn, lt. meinem allwissenden Reiseführer, gab es vier Herbergen und ich übersetzte ihm, was dort stand ins Englische. Unser Englisch war etwa auf dem selben Niveau und so klappte die Verständigung prima. Er entschied sich für eine kleine Pension mit dem einladenden Namen „Hotel/Restaurant Auto-Bar“, lt. Reiseführer direkt am Jakobsweg und mit gepflegten Zimmern (Einzelzimmer: 20 €). Kurz angerufen und das Zimmer war reserviert. Da die Pension auch mein Favorit war, rief ich anschließend dort an. Dies bekam dann auch Giuseppe mit, ein weiterer Italiener, der mit seinem Kumpel unterwegs war und ließ sich dann auch die Telefonnummer geben. Derweil kam eine weitere Gruppe Italiener (3 Personen) und was soll ich sagen, die nächsten Zimmer wurden reserviert … vielleicht hätte ich Provision nehmen sollen. ;-)
Gaetano fragte mich, ob wir ein Stück zusammen gehen wollen und siehe da gegen 13 Uhr waren wir gemeinsam auf dem Weg.
| auf'm Weg |
In einem kleinen Waldstück musste Gaetano abreißen lassen. Da wir ja in der selbe Pension übernachten, werden wir uns ja am Abend wiedersehen.
| wieder allein unterwegs |
Nach ein paar Kilometern kam ich an einen Fluss, den Rio Nalón. Ein superschönes, einladendes Plätzchen für eine kleine Pause. Hier, im Schatten der Bäume und mit dem frischem Wind war es einfach herrlich. Ich wollte mich gar nicht wieder aufraffen, so schön war es hier. Aber, weiter geht’s!
| Pause am Fluss |
Parallel zum Fluss ging es, weit oberhalb, auf dem glühenden Asphalt entlang. Na ja, geglüht hat der Asphalt nicht wirklich, aber etwas Mitleid von euch, kann ja nicht schaden. ;-)
Weitere ging über eine hübsche Brücke in Richtung Grado.
Lt. Beschilderung an der Straße waren es noch 2 Kilometer … „a pies of cake“ quasi. Der eine oder andere Stammleser sollte sich herbei an den älteren Malteser aus Australien, George, vom Camino im letzten Jahr erinnern … alle anderen, Nicht-Stammleser können den Blog mal nach „George“ durchsuchen.
| Brücke mit Aussicht! |
Zurück zum diesjährigen Camino.
So ging ich also Richtung Grado. Kein Schatten und es wurde wärmer und wärmer. Im Schatten eines Bushaltestellenhäuschens leerte ich den Rest aus der 1 ½ Liter Wasserflasche. Dann schleppte ich mich und den „Paul“ weiter.
Ich kam dem Vorort von Grado immer näher und an einer Tankstelle, ja tatsächlich an einer Tankstelle, besorgte ich mir Flüssigkeitsnachschub. 1 Liter eines spanisch Iso-Drinks verschwand erst in mir und kam dann über die Haut wieder raus. Man war das heiß! Ich saß sicherlich fast 20 Minuten im Schatten des Tankstellendaches … nicht so schön wie am Fluss, aber Schatten!
Dann setzte ich meinen Weg fort. Irgendwie war Grado auch nicht so hübsch. 36 Grad zeigte die Anzeige an einer Apotheke. Egal, weit kann es nicht mehr sein. Und dann, gegen 17 Uhr war ich da! Geschafft … und glücklich!
| Grado - im Straßenplaster eingelassen |
Dann ging ich zum Essen. Es gab ein Pilgermenü: Suppe, Schweinfleisch mit Pommes und Salat und zum Nachtisch ein Eis … und schubs waren die mühsam abgelaufenen Kilos wieder drauf! Egal, es war lecker!
Bein Abendessen traf ich dann auch Gaetano wieder. Er kam eine Stunde nach mir an. Das sehr italienische Publikum ergänzten drei Deutsche (Susanne, Simone und Wolfgang) und ein Spanier.
Erkenntnis des Tages: Eine Pause am Fluss und zudem im Schatten der Bäume, kann der schönste Ort der Welt sein.
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