In den Kojen konnte man erstaunlich gut schlafen. Auch hielten sich die anderen Bewohner, mit der Geräuschkulisse beim morgendlichen Packen sehr zurück.
Mein Wecker klingelte um 7 Uhr, da es gegenüber, ab 7:30 Uhr, Frühstück geben sollte. … die Betonung liegt auf ‚sollte‘. Als Susanne und ich das Hostel verließen, war, im Restaurant gegenüber, nur ein Mann mit Aufräumen beschäftig. Ich fragte durch das offene Fenster nach einem Frühstück und bekam als Antwort: ‚Heute nicht!‘
Na toll, ca. 30 Kilometer ohne Frühstück und Wasser … nicht mit mir. Wir schauten uns im historischen Zentrum von Lugo um, konnten aber nirgends ein Café finden. Also, ab durchs Stadttor und rauf auf den Camino … frei nach dem Motto: ‚da wird schon noch ein Café kommen‘.
Und siehe da, da war auch schon ein Café. Gut, es gab nur einen Croissant und einen Schokoladenkuchen, aber immerhin einen Kaffee dazu. Ich kaufte noch zwei kleine Wasserflaschen und nach dem Frühstück ging es weiter.
Dann kamen wir noch an einer Herberge vorbei, in der ich mir noch ein Bocadillo zum Mittnehmen kaufte. Leider gab es kein großes Wasser, so dass ich erneut zwei kleine Flaschen Wasser kaufte.
Dann konnte es endlich losgehen. Viel später als erwartet. Es war zwischenzeitlich 8:20 Uhr … und definitiv viel später als ich unterwegs sein wollte.
| Brücke aus Lugo heraus |
Susanne und ich gingen das Stück gemeinsam. Dann trafen wir auf Geatano. Ich hab mich gefreut meinen italienischen Freund noch einmal zutreffen. Nach wenigen Metern trennten sich aber unsere Wege. Eine kleine Verabschiedung folgte und schon musste es weitergehen.
| Wegtrennung: links traditionell, rechts Alternative über Friol |
| ab hier wird's "grün" |
Ich fand an den, im Reiseführer beschriebenen Stellen, auch die passenden Wegmarkierungen. Bisher lief es gut und ich kam zügig zu einem Weg, der parallel zum Fluss ’Mera‘ entlang führte. Lt. Reiseführer einem der schönsten Streckabschnitte. Ja, das kann mal wohl sagen, aber von 4.327 Fliegen wurde nichts erwähnt. Es summte und schwirrte nur so um mich herum. Etwas nervig war es schon, aber ich konzentrierte mich auf die superschöne Flusslandschaft.
| auf geht's nach Friol |
| der Weg am Fluss entlang |
Als ich so da stand, kam Kean aus Irland vorbei. Er fragte mich, wieviel Pilger ich bereits getroffen habe. Ich sagte ihm, dass er heute der Erste ist. Ja, die Massen sind auf diesem Teilabschnitt nicht unterwegs.
Wir unterhielten uns fast eine halbe Stunde bevor er weiterzog. Auch ich startete kurze Zeit nach ihm.
| alles wird gut! |
Dann war es geschafft, raus aus dem Wald und rein in Dorf. Der Weg führte leicht bergauf und auch hier sollten Gefahren lauern.
| unterwegs |
Ich schaute mir die ‚Kleffer‘ an. Es war nur ein heller, ca. kniehoher Hund, der hier den Ton angab. Die anderen 5 erschienen mir harmlos.
Ich versuchte daher meine bewehrte Hunde-verscheuch-Technik … ich machte mich klein, nahm die Arme und die Stöcke zur Seite und rannte plötzlich mit einen lauten Geschrei auf den ‚Kleffer‘ zu. Das Tier war so verdutzt, dass es wegrannte und mit ihm zusammen auch die gesamte Meute.
Ich versuchte daher meine bewehrte Hunde-verscheuch-Technik … ich machte mich klein, nahm die Arme und die Stöcke zur Seite und rannte plötzlich mit einen lauten Geschrei auf den ‚Kleffer‘ zu. Das Tier war so verdutzt, dass es wegrannte und mit ihm zusammen auch die gesamte Meute.
So, nun war ich eindeutig Kean‘s Held und er wich mir nicht mehr von der Seite. Wir gingen bergauf und bergab im Gleichschritt, machten zusammen Pause und wir redeten über alles mögliche.
Zwischendurch gingen wir in einer Herde Kühe, ganz so, als ob er normal ist. Wobei ich die Hörner der Kühe doch als ziemlich beeindrucken empfand. Warscheinlich dachte Kean, dass ich auch ein Hobby-Torero bin und fühlte sich daher sicher. ;-)
| "Stau" |
| Santa Eulalia de Bóveda |
| Zeichnungen der Römer |
Die Sonne brannte wieder unaufhaltsam und so brauchte ich bald wieder eine Pause. Kean ging so dann „ohne meinen Schutz“ weiter.
Meine zwei Liter Wasser gingen langsam zu Ende. Ich quälte mich bei gefühlten 40 Grad über eine Anhöhe, in der Hoffnung, dass bald die einzige Bar kommen würde … aber nichts kam.
| kein Sonnenschutz, kein schatten |
| warm war's |
| heiß wird's |
| Pause im schatten |
Tja, ich denke zu so viel Hilfsbereitschaft muss man nicht mehr sagen! ... Danke!
| folge den "grünen Pfeilen" |
Ich schaltete mein Smartphone ein und navigierte gezielt zum nächsten Supermarkt. Dort kaufte ich ½ Liter Cola, 1 ½ Liter eines isotonischen Getränks und 1 ½ Liter Wasser.
| Alles meins! Endlich ... was zu trinken! |
Anschließend ging ich noch 500 Meter bis zu der von mir vorgebuchten Pension. Kurz einchecken und rauf aufs Zimmer. Dann duschen, waschen und trinken.
| Rathaus von Friol |
| fast da! |
| nur noch über den Fluss |
Wir hatten einen sehr schönen Abend und ein leckeres Essen … und ein großes Bier!
Erkenntnis des Tages: Spontane Hilfsbereitschaft ist etwas sehr Schönes!
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