23,3 km: Sobrado dos Monxes, Boimorto, Arzúa
Die Nacht im großen Einzelzimmer, war natürlich sehr gut. Um 7 Uhr klingelte der Wecker und gegen 7:30 Uhr gingen Dieter und ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum Frühstücken. Unsere Sachen ließen wir derweil noch auf dem Zimmer.
Gestärkt vom Frühstück, gingen wir die Etappe, leicht zeitlich versetzt, an.
Natürlich durfte der Blick zurück auf das Kloster nicht fehlen. Zu schön und zu märchenhaft war dieses Bauwerk. Im morgendlichen Dunst sah das Kloster noch mystischer aus.
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| Kloster von Sobrado dos Monxes |
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| vom Feinsten |
Der Camino führte nur kurz über Felder bevor der Weg in einen Wald eintauchte. Ein wunderbarer geschwungener Weg tat sich vor mir auf.
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| geschwungener Waldweg |
Dann, nach dem Waldstück, führte der Weg über eine Schotterpiste, die durch die tiefstehende Sonne in ein weiches Licht getaucht wurde.
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| schön war es bis hierher! |
Noch immer war Dieter nicht in Sicht. Hatte ich ihn überholt, als er mal „um die Ecke“ war oder ist er heute so zügig unterwegs?
Die Wegführung setzte derweil immer noch einen drauf. Zunächst kam ein superschöner Hohlweg. Wobei ich es besonders schön finde, wenn die Seiten des Wegs quasi in die Höhe wachsen – man fragt sich unweigerlich, ob man gerade einen so alten Weg geht, der durch die Erosion oder die Schritte der Pilger zum Hohlweg wurde oder ob da wer maschinell nachgeholfen hat. Ich bin für die historische Variante. ;-)
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| Hohlweg |
Als nächstes ging es durch einen Eukalyptuswald. Hier war der Geruch so intensiv, wie ich es zuvor noch nie gerochen habe.
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| Eukalyptuswald |
Ja, heute waren die Wege wirklich vom Feinsten.
Dann sah ich Dieter. Gut, dann bin ich nicht versehentlich an ihm vorbeigelaufen. Er war heute sehr zügig unterwegs. Wir passten unser Tempo an einander an und gingen den Weg fortan gemeinsam.
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| tolle Landschaft! |
Im nächsten Ort kamen wir auf eine Kreuzung … o.k. der Weg konnte ja auch nicht immer zu mit Highlights weitergehen ... an der Kreuzung war Boimorto (der nächste Ort) und erstmalig auch Santiago ausgeschildert.
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| erst nach Arzúa, dann nach Sabtiage |
Nun kann man schon spüren, dass es bis Santiago nicht mehr weit sein kann. Zum ersten mal erinnerte ich mich an den zurückliegenden Weg. Ein sehr anstrengender und herausfordernder Weg. Ich hatte vor dem Beginn großen Respekt vor den Steigungen und den Gefällestrecken … und es war gut so! Denn der Weg hatte es in sich. Kein Tag verging, ohne eine neue Anstrengung. Aber es war auch ein sehr schöner Weg und auf der Strecke nicht zu voll. Es gibt aber deutlich zu wenig Unterkünfte, Brunnen und Einkehrmöglichkeiten. Wobei in der Planung der Etappen, die nächste Herausforderung besteht.
Zurück zur heutigen Etappe … unser superschöner Weg vom Vormittag konnte natürlich nicht so weiter gehen. Bis Arzúa gingen wir nun viel auf Asphalt. Aber, dass war kein Problem!
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| nun auch mal auf Asphalt |
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| unterwegs mit Dieter |
Kurz vor Arzúa, in O Viso, kam noch einmal eine fiese Steigung. Der Weg verlief aber Gott sei Dank im Schatten der Bäume, wobei uns der Schweiß dennoch auf der Stirn stand.
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| mir gefällt's |
Müde von der bisherigen Etappe, quälten wir uns den Berg hoch. Ich ging zu diesem Zeitpunkt einige Meter vor Dieter. Ein Auto kam uns entgegen. Ich deutete an, dass die Fahrerin langsamer fahren sollte, da noch jemand hinter mir ist. Gleichwohl reduzierte sie das Tempo nicht. Unmittelbar vor mir bog die Fahrerin so dann, ohne zu blinken oder die Geschwindigkeit zu reduzieren, sehr knapp vor mir ab … ‚diese …‘ dachte ich mir und quälte mich weiter den Berg hinauf.
Oben angekommen, war es bis Arzúa nicht mehr weit. Wir legten noch eine Trinkpause im Gras ein und dann bog Dieter zu seiner Unterkunft, kurz vor Arzúa ab und ich ging weiter in die Richtung meiner Herberge.
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| Arzúa |
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| finde den Fehler! |
Es waren sehr viele Pilger in Arzúa, da dort drei Wege zusammentreffen (Primitivo, Küstenweg und Francés). Ich hatte noch ein Bett in einer kleinen Herberge reservieren können.
Nach dem Duschen gönnte ich mir einen Salat und ein Kaltgetränk auf dem Hauptplatz und relaxte anschließend auf meinem Bett.
Die Herberge war sehr schön, im ersten Stock eines Wohnhauses gelegen. Es gab nur 15 Betten, wobei sogar ein Bett für Behinderte zur Verfügung gestanden hätte.
Am Abend aß ich erneut auf dem Hauptplatz, auf dem dann auch ein spanisches Konzert mit traditioneller Musik stattfand. Ein schöner Tag klang sehr schön aus.
Erkenntnis des Tages: Intensive Farben und Gerüche und auch eine sehr schöne Wegführung, lassen einen die Asphaltpisten oder die Anstrengungen schnell vergessen.
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