Montag, 20. August 2018

9. Etappe – Lugo

32,9 km: Cádavo-Baleira, Castroverde, Lugo

Die Nacht ging eigentlich. Außer das es sehr warm war, habe ich ganz gut geschlafen. Der Wecker klingelte um 6:30 Uhr. Susanne war schnell fertig und zog schon mal los. Ich trödelte etwas hinterher. Gegen 7:15 Uhr war ich auch so weit und machte mich auf den Weg. 

Ich war noch etwas müde und es war noch dunkel und nebelig. Ich folgte daher einer Frau, die kurz zuvor die Herberge verlassen hatte. Die Frau ging den kleinen Hügel hoch und drehte sich dann zu mir um und sagte, dass sie den Bus nach Lugo nehmen würde und sie daher nicht den Camino geht. O.k., aber ich hatte gestern an dieser Stelle „gelbe Pfeile“ gesehen und ich kenne ja den Weg!? Nur doof das Pfeile mich wieder in die Richtung meiner Herberge führten. 

Nun ja, ich bin zwar zunächst etwas herumgeeiert, aber letztlich habe ich den Camino wiedergefunden.

So langsam setzte die Dämmerung ein und das morgendliche Farbenspiel war wieder einmal sehr schön.
Farbenspiel am Morgen
Nach einer Weile schloss ich zu Susanne auf und genau in diesem Moment, war zu entscheiden, ob wir einen „Umweg“ gehen wollen oder die um 500 Meter kürzere Route. Wir schauten uns an und sagten ‚kürzer‘! Der Weg war ja heute auch lang genüg.
ich glaub, ich steh im Wald
Leicht bergab ging es durch einen Wald und dann weiter in Richtung Castroverde, wo wir alle eine Frühstückspause einlegen wollten. 

Ich ging etwas vor und fand eine geeignete Bar. Schnell noch den Standort an Susanne und Wolfgang und Simone weitergegen und schon kamen die Drei gemeinsam an. 

Das Frühstück war richtig lecker, auch wenn ich schon etwas neidisch auf die Spiegeleier von Wolfgang und Simone war.

Kurz vor dem Weitergehen machten wir noch ein Gruppenfoto in der Bar. Schließlich trennten sich morgen unsere Wege, aber dazu später mehr.
'Gruppenfoto' in Castroverde
Weiter ging es durch Castroverde, vorbei an der Kirche und dann waren wir wieder in der Natur. 
"ein Zeichen"
zusammenrücken, um nicht im Regen zu stehen
Wolfgang und ich schlossen zu der englischen Familie (6 Personen) auf, die heute aber nur zu viert unterwegs waren. Wolfgang unterhielt sich mit dem Vater und ich schloss zu den beiden Jungs und einem Mädel auf. 

Wir scherzten etwas über die Rucksäcke, da die englische Familie nur mit leichtem Gepäck unterwegs war. Die Familie wohnt im Hotel und fährt Abends vom Etappenziel mit dem Taxi ins Hotel zurück. Morgens fährt sie ein Taxi wieder dahin, wo die Etappe Tags zuvor geendet hatte. 

Die beiden Jungs zogen das Tempo an und das Mädel und ich konnten so schnell nicht folgen. Wir kamen ins Gespräch. Ich wurde aufgeklärt, dass nur die Jungs zur Familie gehörten und die beiden Mädels, Freunde der Familie sind. Die Mutter ist heute mit einem Mädel im Hotel geblieben, daher war man nur zu viert unterwegs.
unterwegs
Bergauf musste auch ich mich nun zurückfallen lassen. Langsam schloss Wolfgang und der Vater der Familie auf und Wolfgang und ich stoppten für einen Schluck Wasser. Es war merklich wärmer geworden.

An einer Automaten-Bar, sogar mit Microwelle ausgestattet, legten wir für ein oder zwei Kaltgetränke eine Pause ein.

Nach kurzer Zeit kam Geatano hinzu, was mir die Gelegenheit für ein Foto gab.
Geatano und ich
Dann zogen wir zu viert weiter. Erst ging es durch einen Wald, dann über eine Autobahnbrücke.
im Schatten
in der Sonne
Über die Asphaltpiste kamen wir weiter voran. Da ich aber beim letzten Stopp nichts gegessen hatte, musste ich kurz zur Seite und den Rucksack nach Müsli-Riegeln durchsuchen. Ich fand drei Müsliriegel im Deckelfach meines Rucksacks. Susanne blieb derweil bei mir, um zu schauen, ob ich problemlos weitergehen konnte. Und es ging weiter. Dann

Nach weiteren 5 Kilometern legten wir einen weiteren Stopp ein. Simone fand tatsächlich noch „Rest-Brot“, was beim Mittagessen übrig gewesen war, in den Tiefen ihres Rucksacks … offen war nur, von welchem Mittagessen die Reste stammten. ;-)

Der Weg nach Lugo kam uns unendlich vor und war es auch, allein wegen der heißen Temperaturen.

Doch dann war Lugo erreicht, aber an der Unterkunft, waren wir noch lange nicht.
Lugo ... in Sicht!
Wir gingen eine Treppe hinauf. Das war die Stelle, von der aus es bis Santiago noch 100 Kilometer waren.
die 100-Kilometer-Treppe
Wir legten noch einen Stopp für einen gemischten Salat und ein Kaltgetränk ein. Nach dem Essen gingen Wolfgang und Simone ins Hotel. Susanne und ich, machten noch ‚sightseeing‘ im Schnelldurchlauf … Plaza Major, Kathedrale von außen, Kathedrale von innen und die Stadtmauer schauten wir uns an.
eines der Stadttore von Lugo
Stein mit Inschrift
"UHU"
Wegmarkierung in Lugo
Rathaus
Kathedrale
noch ein 'Zeichen'
der Hauptaltar
Alfons der II, auch an der Kathedrale allgegenwertig
die begehbare Stadtmauer
Dann ging es ins Hostel mit den futuristischen ‚Kojen‘.
"Koje" im Hostel
Zum Essen wollten wir uns, nach dem Duschen und Wäsche waschen, zu viert treffen. Treffpunkt, war unser zentral gelegenes Hostel mit der Tapas-Bar nebenan. 

Das Tapas-Angebot überzeugte dann doch nicht und so schauten wir uns noch um und wurden in einer Seitenstraße fündig. Es gab Pulpo auf galizische Art … sehr lecker. 
beim Essen
Bier in der 'Pilger-Edition'
Es war unser letzte gemeinsamer Abend. Simone und Wolfgang bleiben einen Tag in Lugo und Susanne geht die traditionelle Variante über Melide. Ich hingegen gehe die nördliche Variante über Friol. Wir sehen uns daher erst in Santiago wieder.
Gegen 22 Uhr waren wir im Bett.

Erkenntnis des Tages: Über 30 Kilometer sind bei den Temperaturen wirklich hart. … und morgen geht es noch einmal 30 Kilometer!

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