Geplant war, dass wir um 6 Uhr das Licht einschalten, aber dass hat der gesamte Raum wohl verpennt. Als Pablo um 6:30 Uhr mit Hilfe seiner Stirnlampe seine Sachen zusammensuchte, waren wir endlich alle wach und schon ging es im Hellen weiter.
Nach kurzer Zeit gönnte ich mir in der Herberge einen Cafe con Leche und ein Bocadillo. Dann ging es auf den Weg. Heute liefen alle etwas zeitverzögert los. Da man gerade Morgens erst einmal in Schwung kommen muss, ist dies nichts besonderes. Der Weg führte zunächst wieder durch eine weite Ebene, die im Morgenlicht goldgelb glänzte.
| Morgenstimmung |
Hier standen noch einige fast verblühten Sonnenblumen, die die von Getreideanbau geprägte Landschaft auflockerten.
| ""Blütenzauber |
Dann tauchten die ersten Bäume am Horizont auf. Ein Zeichen für Wasser, denn es ging ja heute schließlich am „Canal de Castilla“ entlang. Der Kanal ist eine künstliche Wasserstraße, die den Getreidetransport erleichtern sollte. Mit dem Bau der Eisenbahn, verlor der Kanal jedoch an Bedeutung. Mir war es egal, es war in jedem Fall eine „grüne“ Abwechslung.
| Canal de Castilla |
Einige Sperrwerke wurden zum Teil zur Stromerzeugung gebaut, andere regelten jedoch nur die Höhe des Wasserstands.
| Sperrwerk |
Hinter dem Kanal gelangt man unmittelbar nach Frómista hinein.
Besonders sehenswert ist die dortige Kirche, die Iglesia San Martín. Wer sich die Kirche jedoch von innen anschauen möchte zahlt Eintritt.
| Frómista - Iglesia San Martín |
Max, den ich am Ortseingang traf zog schon mal weiter. Mit Timo und Pablo verbrachte ich eine kurze Erfrischungspause.
Dann ging auch ich weiter. Da die Jungs schneller sind als ich, werden sie mich sicherlich schnell eingeholt haben.
| unterwegs mit "mir" |
Der Weg aus Frómista heraus führte direkt auf die sogenannte „Pilgerautobahn“. Schnurgerade verläuft hier der Camino direkt neben einer Landstraße. Es gibt zwar eine Wegalternative, jedoch angesichts der Länge unserer heutigen Etappe, war dies keine Option.
| "Pilgerautobahn" |
Timo hatte mich nach kurzer Zeit nicht nur eingeholt, sondern auch überholt. Das war heute nicht mein Tempo. Ich musste mir meine Kräfte einteilen, um auh anzukommen!
Die Landschaft wechselte wieder auf „gelb“. Das Wetter war trocken und es kam eine ständiger leichter Wind von vorn. Es war daher ganz gut erträglich.
| Gelb, die alles beherrschende Farbe |
Die Strecke zog sich jedoch und ca. 7 Kilometer hinter Frómista traf ich Max und Timo an einem schattigen Plätzchen. Eine willkommene Pause.
Beide zogen vor mir weiter und als auch ich gehen wolle, rief Pablo meinen Namen. Pablo war einen Teil der Alternativstrecke gegangen. Wir unterhielten uns kurz, dann zog auch ich weiter.
In Villarmentero trafen sich alle noch einmal für eine verschobene Mittagspause. Schnell etwas essen, bevor es auf die letzten knapp 10 Kilometer ging.
Diesmal war ich als erstes losgegangen. Aber mein Vorhaben die Strecke durchzulaufen, scheiterte an der Herberge. Ich motivierte mich mit einer kalten Cola und quälte mich anschließend die letzten knapp 6 Kilometer bis Carrión de los Condes.
| endlich in Carrión! |
Nun noch quer durch den ganzen Ort und rauf zum Kloster. Unterwegs nur noch schnell Getränke besorgt, dann stand ich vor dem Kloster.
O.k., die Tür war zu. Gut, dann halt klingeln. Eine der Nonnen machte mir auf und erzählte mir etwas auf spanisch. Ich verstand rein gar nicht und hatte den Eindruck, dass wird nichts mit einer Übernachtung. Ade Einzelzimmer, ade Frühstück!?
Eine zweite Nonne kam hinzu. Dese sprach englisch und erzählte mir, dass ich der einzige Gast bin, aber ich hier schlafen könne. Na dann, nix wie rein!
Ich bekam noch eine kleine Klosterführung und dann zeigte sie mir mein tolles Zimmer! Woau, dass hat sich mal gelohnt!
Für diesen Tag ließ ich das Abendessen mal ausfallen und relaxte auf dem Zimmer. Natürlich habe ich vorher geduscht und meine Wäsche gewaschen.
Erkenntnis des Tages: Etappe geschafft!
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