Nach einer ruhigen Nacht, ging es zum Frühstücken. Im Gemeinschaftsraum lag alles bereit, zwar gab es kein opulentes Frühstück, aber doch von allem etwas und sogar Müsli mit Milch! Es war Selbstbedienung und so konnte jeder selbst entscheiden was er wollte.
Da Peter auch gerade herein kam, frühstückten wir zusammen. Anschließend ging ich auch schon los.
Es war nebelig und kühl! Auf den ersten knapp 3 ½ Kilometern bis Sarria, war um diese Uhrzeit noch nichts los … dies sollte sich aber schnell ändern.
Schon als ich nach Sarria herein kam, kamen aus fast allen Ecken der Stadt, Pilger mit winzigen Tagesrucksäcken. Jedes Geschäft wurde „gestürmt“, um ja einen Stempel für den Credential, also den Pilgerpass, zu ergattern. Mit derartig vielen Menschen hatte ich nicht gerechnet und verschwand erst einmal in einem Cafe.
| Sarria im Nebel |
Nach dem ich mich also auf die ungewohnten Menschenmengen eingelassen hatte, setzte ich meinen Weg fort.
Da die Stadt Sarria bei mir keine große Begeisterung ausgelöst hat, war ich schnell wieder raus, aus der Stadt.
Eine kleine Brücke markierte den Übergang von der Stadt, in die ländliche Region. Es folgte bald ein stattlicher Hügel, der überwunden werden musste. Es jetzt wurde klar, dass sehr viele Menschen unterwegs waren, da sich regelrecht ein kleiner Stau bildete. Es war nur schwer durchzukommen, obwohl ich schneller gekonnt hätte … nun gut … nur Geduld!
| raus aus der Stadt, rein in die Natur |
Nach knapp 8 Kilometern kam ich in dem Ort an, in dem Beamte nie ankommen können!? ;-) Aber für den Ruhestand ist es mir noch zu früh, so dass ich beschloss, einfach weiterzugehen.
| nichts für Beamte! |
| Maisfelder |
| Maisspeicher, Nagetier sicher! |
| galizischer Kohl |
Dann kam ich zum 100-Kilometer-Stein. Diese Wegemarkierung zeigt an, dass es nun nur noch 100 Kilometer bis Santiago sind.
Hier herrschte etwas Betrieb. Auch Aya traf ich dort wieder, die gleich angeboten hat, von mir ein Foto zu machen. Ja, natürlich … vielen Dank!
Hier herrschte etwas Betrieb. Auch Aya traf ich dort wieder, die gleich angeboten hat, von mir ein Foto zu machen. Ja, natürlich … vielen Dank!
Keine 1 ½ Kilometer später hatte ich mein Tagesziel erreicht!
Die Herberge in Mercadoiro gehört mit zu den schönsten und sicherlich auch zu den saubersten auf dem Weg. Der riesige Garten mit dem unendlichen Blick in die Landschaft und natürlich den Sonnenliegen, geben einem die Möglichkeit, sich bestens zu regenerieren.
Nach dem Duschen und Waschen lag ich dann auch auf einer der drei Liegen. Die anderen beiden Liegen wurden von Annette aus Dänemark und Thomas aus Bielefeld belegt. Da Annette aus Billund stammt, spricht sie besser deutsch als englisch. Zu dritt genossen wir die Sonne, die uns mal wieder richtig durchwärmte.
| Sonnenbaden |
Unser Pilgermenü bestand aus einer galizischen Suppe (1. Gang) und Schweinefleisch mit Salzkartoffeln (2. Gang). Dazu gab es wie immer Brot, Wein und Wasser. Das Essen würde natürlich mit dem typischen Mandelkuchen, Tarte Santiago, abgerundet. Ja, dass war ein leckeres Essen in einer mal lustigen ... mal philosophischen Runde.
Erkenntnis des Tages: Es muss nicht immer im Pool gebadet werden, ein Sonnenbad reicht vollkommen aus!
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