Freitag, 15. September 2017

27. Etappe - San Mamede

25,1 km: Fonfría, Filloval, Triacastela, Calvor, San Mamede


Die Nacht war, wie erwartet kalt. Da ich mir schon so etwas gedacht hatte, hatte ich diesmal die Softshelljacke angelassen. So ausgerüstet, konnte ich natürlich sehr gut schlafen. 

Jana wollte heute „ausschlafen“. So habe ich noch in der Herberge gefrühstückt und bin dann gegen 7:30 Uhr losgegangen. Es war auch heute morgen wieder sehr frisch und zudem lag dichter Nebel über der Landschaft. Die Sonne wird es heute sehr schwer haben, sich gegen den Nebel durchzusetzen. Ich hatte jedoch die Hoffnung, dass sich das Wetter bessern wird, wenn ich erst einmal aus der Höhe abgestiegen bin … na ja … schaun‘ wir mal!

Zunächst besserte sich das Wetter nicht, da es nun auch noch zu nieseln begann. O.k. die Regenjacke sollte ihren Zweck erfüllen und auch der Paul sollte ausreichend durch das Raincover geschützt sein. Es nieselte sich so langsam ein und auch der Nebel wurde nicht wirklich besser.
mal versuchen, den Regen und Nebel wegzugrinsen
Nach knapp 7 Kilometern war ich von 1.283 Höhenmetern, auf 800 Höhenmeter abgestiegen … dann schimmerte etwas Blaues durch die Wolken … es klarte auf. Dennoch hatte noch Niemand das Licht draußen eingeschaltet.
Hoffnung auf Wetterbesserung
wird es die Sonne gegen Regen und Nebel schaffen
Je weiter es runter ging, desto besser wurde das Wetter. In Triacastela hatte sich die Sonne nun endlich durchgesetzt. Ein alter Baum mit einem riesigem Stammumfang säumt hier den Weg. 
das ist mal ein richtiger Baum
In Triacastela angekommen legte ich eine Pause ein und gönnte mir einen heißen Kaffee und ein Schokocroissant. Bei dieser Gelegenheit, konnte ich nun auch meine Jacke wieder verstauen.

Dann konnte es weitergehen. In Triacastela hat man die Möglichkeit über Samos weiter zu gehen oder dem direkten Weg zu folgen. Ich entschied mich für die „Sprintstrecke“ und nicht für den 6 ½ Kilometer längeren Weg über Samos.

Die Sonne konnte sich mehr und mehr durchsetzen. Dennoch war es zu kalt, um das langärmlige Shirt, unter dem T-Shirt wegzulassen. 
Der Weg stieg zunächst wieder leicht an und führte hierbei durch einen Wald. Die Strecke war sehr gut zu gehen und auch an das ständige Auf und Ab, hat sich mein Köper mittlerweile gewöhnt. Immer wieder öffnete sich der Blick für die weite Berglandschaft. 
Dann schien der Punkt gekommen zu sein, an dem es nunmehr wieder bergab ging. Wenn es die breite des Weges zulässt, dann ist es am gelenkschohnenstens, wenn man einen Zick-Zack-Kurs beim Abstieg wählt. Die Stöckchen können hierbei zur Stabilisierung beitragen. Für derartige "Übungen" bestand heute ausreichend Möglichkeit.
hier gehts runter
bergab ... durch den Wald
Als der Abstieg weitgehend beendet war, zogen wieder Wolken auf, die sich bedrohlich am Himmel formierten. Aber so weit bis zum Tagrsziel, war es ja nicht mehr!
gibt's erneut Regen?
Auf den letzten ca. 3 Kilometern setzte sich dann doch die Sonne durch. 
in der Ferne ist bereits Sarria zu sehen
In San Mamede angekommen, hatte ich Glück, da die Herberge fast ausgebucht war. Ich checkte ein und zahlte auch gleich für Jana mit, die wohl erst im ca. 2 Stunden eintreffen wird. Nach dem Duschen und Waschen hatte sich Jana dann gemeldet und mitgeteilt, dass sie lieber noch nach Sarria weitergeht. Es war zwar etwas problematisch die Reservierung zu stornieren, aber letztlich bekam ich das Geld für Bett und Abendessen doch zurück.

Die Herberge war, aufgrund des riesigen Gartens und den sehr schönen Relaxbereicht sehr beliebt, aber auch bei Vegetariern steht die Herberge „hoch im Kurs“, da hier vegetarisches Essen serviert wird.

Das gemeinsame Abendessen war dann auch wieder einmal sehr schön. Der Wohnbereich mit Essecke, strahlte sehr viel Gemütlichkeit aus und das Essen war wirklich sehr gut. 

Viele Bekannte Gesichter waren hier. Auch Stefano hatte die Herberge angesteuert, jedoch bereits unterwegs gegessen. Beim Abendessen waren auch Peter aus Witten und Carl aus Norwegen. Die Beiden kannte ich aus Fonría. Der Abend war sehr gesellig und fast hätte ich es versäumt, meine Wäsche reinzuholen … aber letztlich konnte ich die feuchten Sachen noch rechtzeitig im Zimmer aufhängen.


Erkenntnis des Tages: Vegetarisches Essen kann auch sehr lecker sein!

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