Ein 4-Bett-Zimmer hat schon ungeahnte Vorteile. Wir hatten uns gestern auf ein „Ausschlafen“ geeinigt. Der Wecker klingelte somit erst um 7:00 Uhr. Viel später wäre ein Liegenbleiben auch nicht möglich gewesen, da ein Hospitalero durch die Räume ging und scharmlos überall die Lichtschalter betätigte. Na gut, wir haben verstanden und außerdem … waren wir ja bereits wach!
| Morgenstimmung über Astorga |
Nachdem wir abmarschbereit waren, zogen Timo mit Christina und ich mit Jana los. Jana und ich kamen jedoch nicht weit, da wir bereits nach 50 Metern zum Frühstücken einkehrten.
Gegen 8:00 Uhr gingen wir dann, auf dem Camino langsam aus Astorga heraus.
Das Wetter war heute richtig gut. Wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein, zudem wehte ein kräftiger Wind. Der Wind ließ Schweißperlen kaum eine Möglichkeit.
In Murias de Rechivaldo legten wir dann die erste Pause ein. Timo und Christina hatten bereits vor uns Platz genommen. Auch Valerie war bereits da. Wir setzten uns hinzu und tranken einen Kaffee mit, wobei ich einem Minibaguette mit Bacon nicht wiederstehen konnte.
| Pause in Murias de Rechivaldo mit Valerie, Chrstina, Timo, Jana und ich (von rechts) |
Da Timo und Christina heute rund 6 Kilometer weitergehen wollten als wir, waren die Beiden dementsprechend motiviert. Valeries Ziel stand noch nicht fest.
Wir zogen in der Reihenfolge, wie wir ankamen, auch wieder weiter. Jana und ich demnach als Letztes.
Es ging weiter über Schotterpisten. In der Ferne konnte man bereits die Berge sehen, die wir in den nächsten Tagen zu überqueren haben. Heute erreichen wir zunächst den Beginn der Bergkette.
Nächster Stopp war Santa Catalina de Somoza. Timo und Christina relaxten bereits in der Sonne. Wir setzten uns dazu und entgegen den Tagen zuvor rutschten wir mit unseren Stühlen, aus dem kühlen Schatten, in die wärmende Sonne. Der kühle Wind hatte es ganz schön in sich. Aber egal, Wind ist um Längen besser als Regen! ;-)
| Santa Catalina de Somoza |
Frisch gestärkt zogen wir, mit mäßigem Tempo, weiter durch die Landschaft. Wir wählten heute ein mäßiges Tempo, was uns George beigebracht hat … dies gepaart mit reichlich Pausen, war schon ein lässiges Vorankommen.
Letzter Stopp zur Mittagspause war El Ganso, aber nicht ohne vor der Cowboy-Bar einen Foto zu schießen. Gegessen wurde dann nebenan in der Albergue. Wir hatten je einen Salat.
| Cowboy-Bar El Ganso |
Die letzten 7 Kilometer gingen uns dem entsprechend flüssig aus dem Fußgelenk. Wobei Jana’s Fuß tatsächlich keine Probleme bereitete und dies obwohl der Untergrund nicht ausschließlich gut zu gehen war. So erreichten wir problemlos Rabanal.
| unterwegs |
| unebener Weg |
Die Herberge war sehr schön, obwohl der große Schlafsaal keine ruhige Nacht garnierte … aber hierzu später mehr.
Zunächst war ja zu duschen und zu waschen angesagt. Anschließend holte ich erstmal meine Hosenbeine aus dem Rucksack und auch noch meine beiden Jacken. Es war richtig kalt geworden und zudem sehr windig.
Nach einer kurzen Verschnaufpause beschlossen wir zum Supermarkt zu gehen und hierbei auch die Stadt anzusehen. An der Kirche blieben wir hängen, da die Glocken zur Messe einluden. Die Messe war sehr speziell, da diese in einer Art gregorianischer Musik abgehalten wurde. Insgesamt, fand ich es aber sehr schön und man konnte den Texten in einem zweisprachigen Flyer folgen.
| Kirche von Rabanal |
| eine besondere Kirche ... ohne Prunk! |
Nach der Messe ging ich allein weiter durchs Dorf und anschließend zurück zur Herberge.
| Rabanal |
Es war Essenszeit. Im Angebot waren Nudeln für 4 €. Jep, dass soll’s sein. Zu mir gesellten sich Nathalie und Christian. Nach dem Essen ging es dann ins Bett.
Der Schnarchsaal machte seinem Namen alle Ehre! Es war laut! Und dies, ganz ohne dass ich eingreifen musste. Also Ohrstöpsel rein und gut ist! Zudem behielt ich meine wärmende Softshelljacke an. So konnte auch ich gut gewärmt und ruhig einschlafen.
Erkenntnis des Tages: Zuviel Pause machen kann man gar nicht!
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