Mittwoch, 6. September 2017

18. Etappe - Mansilla de las Mulas

25 km: Calzadulla de los Hermanillos, Reliegos, Mansilla de las Mulas


Boa, was habe ich gut geschlafen. Ein 4-Bett-Zimmer zu zweit, kühle Temperaturen und keine störenden Geräusche. Ohne Wecker hätte ich glatt verschlafen. Um 6:30 Uhr klingelte der Wecker. Die Uhrzeit hatten Marc und ich abends zuvor so abgesprochen.

Kurze Zeit später saß ich beim Frühstück. Es gab Speisekarten mit Bildern, aus denen man wählen konnte, was das Frühstück beinhalten sollte. Ich entschied mich für Kaffee, O-Saft, Brot und einen Jogurt. Gut gestärkt ging es dann gegen 7:40 Uhr auf die Strecke. Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenaufgang. Irgendwie kann ich mich an dem morgendlichen Farbenspiel nicht sattsehen.
die Farben des Morgens
Die heutige Etappe verläuft ca. 17 Kilometer durchs Nichts. Ich hatte ausreichend Wasser, zwei Bananen und 6 Müsliriegel dabei. Es sollte daher nichts schief gehen können. 

Zunächst führte der Weg auf der asphaltierten Straße entlang, bevor er in eine Schotterpiste überging. 
Es war eine einfache aber auch zugleich sehr schöne weite Landschaft. In der Ferne konnte man schon die Berge erkennen, die es in den nächsten Tagen gilt zu überwinden.
Farbenspiel
Leider gab es auf der ersten Teiletappe ein Problem … es gab keine Rastplätze. Also, nicht lange fackeln, ein Schluck Wasser im Gehen und an einem Müsliriegeln kann man unterwegs auch prima knabbern.
alles im Stehen bzw. Gehen
Der harte ausgetrocknete Boden war, zum Teil schwer zu gehen, da faustgroße lose auf dem Untergrund lagen und man aufpassen musste nicht draufzutreten oder umzuknicken.
sehr viele lose Steine
off road, aber gut gekennzeichnet
Neben Feldern ging es heute auch zum Teil an sehr grünen Abschnitten vorbei. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem hilft den Bauern und auch der Natur.
Bewässerungssystem
es war auch mal Grün zu sehen
Etwa nach drei Stunden erreichte ich den historischen Abschnitt der ursprünglichen Römer Straße, die "Calzada Romana". Geschützt von einem Zaun, ist hier tatsächlich noch der uralte Pilgerweg in seinem Ursprung erhalten.
der urspüngliche/historische Pilgerweg
Dann endlich ein Rastplatz! Endlich sitzen und den Füßen etwas Zeit zum Erholen geben. Ich nutzte den Moment für ein kleines Picknick und ca. 15 Minuten später, setzte sich Marc zu mir, der kuze Zeit nach mir gestartet war. Auch Dirk kam vorbei ... ging jedoch weiter.
Pause
Der gegenüber der normalen Route eher einsame Weg machte seinem Ruf alle Ehre. Bis Reliegos gingen wir zu  Dritt weiter, da wir zu Dirk, an einem schattigen Plätzchen, an dem Dirk Pause gemacht hat, aufgeschlossen hatten. 
Reliegos
In Reliegos steuerten wir ein kleines Restaurant an, in dem scheinbar viele Plätze fei waren … jedoch saßen auf drei Stühlen Rucksäcke und eine Frau saß alleine an einem vierer Tisch. Ich habe sie kurz gefragt, ob wir uns hinzusetzen können. „Nein, alles belegt!“ Sie deutete auf zwei Frauen, die auf einer Wiese lagen. Ach ja, natürlich! Wir stehen natürlich solange!? Häh??? Geht‘s noch? Dann stellte sich heraus, dass die drei „sitzenden“ Rucksäcke ebenfalls zu dem Trio gehörten! Woau! Was geht hier ab? "Großzügig" räumte sie die Rucksäcke aus dem Weg. Vielen Dank für einen Sitzplatz! 

Wir genossen unsere Pause im Sitzen und gingen dann, zu unterschiedlichen Zeiten, weiter.

Nur noch etwas mehr als 6 Kilometer bis Mansilla de las Mulas. Der Weg in die Stadt war nicht der schönste, aber es gab wenigstens etwas Schatten. In der Mittagssonne ist man ja dankbar für einen leichten Wind und ab und zu mal etwas Schatten. Schnell steigen die Temperaturen in der Sonne auf 40 Grad und da versagt dann auch jedes Deo … drum habe ich erst gar keins mitgenommen. ;-)
Mansilla de las Mulas
Gegen 14:30 Uhr kam ich in der Herberge an. Gut so, etwas mehr Zeit zum entspannen, wobei zuvor natürlich geduscht und gewaschen wurde.

Dann gab es die wohlverdiente Belohnung … einen Salat und eine Cola.

Im Laufe des Tages kamen dann auch Dennis, Maria und die beiden Mädels vom gestrigen Abend und später auch Hendrick, Filipo und ein weiterer Spanier, der aber in England lebt … somit sind alle wieder beisammen. ;-)

Ich machte vor dem Abendessen noch einen kleinen Stadtrundgang und traf zufällig auf Pablo. Wir verabredeten und zum Abendessen gegen 19 Uhr. 
Mansilla de las Mulas
"erschöpfte Pilger"
Zum Abendessen waren dann neben Pablo, auch Filipo, mein Bettnachbar Jan (aus Polen) und Scott aus Kanada mit dabei. Wir hatten recht viel Spaß miteinander und auch ein gutes Abendessen. Jan und Scott werden ich nach León wohl nicht wiedersehen, da die Beiden einfach zu schnell für mich sind. Im Schnitt gehen die Beiden um 30 Kilometer am Tag, wobei es auch mal 40 Kilometer werden können.
Jan, Filipo, Scott, ich Pablo (v.r.) ... Dank an Pablo für das Foto!
Gegen 22 Uhr ging es dann ins Bett. Mal sehen wie die Nacht so wird … mit 31 mehr oder weniger schnachenden Mitpilgern.


Erkenntnis des Tages: Aus der Einsamkeit des Morgens, wird Geselligkeit am Abend!

_____________________