Donnerstag, 8. September 2016

10. Etappe - Grañón

23,2 km: Azofra, Canãs-Tal, Cirueña, Santo Domingo de la Calzada, Grañón

Nachdem ich gestern noch in einem kleinen Restaurant einen Salat und Calamari gegessen hatte, ging es entspannt zur öffentlichen Herberge zurück. Dort wartete ein zwei-Bettraum auf mich. Die einfachen „Verschläge“ hatten ausreichend Platz und boten eine gewisse Ruhe. Entsprechend war die Nacht auch sehr erholsam.

Da für heute Regen angesagt war. Wollte ich früh los. Gegen 7 Uhr war ich, wie ein paar andere, bereits wieder auf’m Weg. Ich ging zunächst alleine. Da es noch dunkel war, ging ich mit Stirnlampe. Gegen 8:30 Uhr hörte ich in einem holprigen Englisch, also ganz dem meinen, dass es langsam dämmert und ich Batterien sparen konnte. 
in Cirueña

Wir kamen ins Gespräch … Rolf, über 70 Jahre aus Aachen. Rolf ist besonders aktiv und ist den Camino bereits im April zusammen mit seiner Frau gegangen. Seine Frau ist Dänin und 10 Jahre jünger. Seine Frau hält so einige Weltrekorde im Langstreckenlauf. Er lebt zusammen mit seiner Frau in Dänemark und hält sich spürbar fit. Sein Ziel: den Camino in 26 Tagen zu gehen! Alle Achtung! Bis Santo Domingo de la Calzada gingen wir gemeinsam, dann trennten sich unsere Wege, da Rolf ohne Frühstück die ersten 15 Kilometer lief und nun erst mal Pause machen wollte. Tschüss Rolf und einen guten Weg!
Santo Domingo del la Calzada
Pilger-Kunst als Brunnen - gesehen in Santo Domingo del la Calzada
Vor mir erblickte ich eine Gruppe von ca. 25-30 Personen. Selbst für Pilger ist eine derartige Gruppen-Größe ungewöhnlich. Beim Näherkommen sah ich, dass alle mit leichten Rücksäcken und Reise-Schnipsel am Rucksack unterwegs waren ... Buspilger! Diese Form vom Pilgern, erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da man mal eine Etappe "pilgert" und sich dann mit dem Bus weiterfahren lässt. Geschlafen wird in Hotels.
"Buspilger"
Bei dem nun etwas heftiger werdenden Regen, machte das Laufen nicht so viel Spaß. Die Kälte kroch langsam höher und die Sicht auf die Landschaft war doch arg eingeschränkt. Entsprechend war ich zügig unterwegs … evtl. zu schnell? Bei einer Bank hielt ich an, trank etwas Wasser und schaute nach meinem großen Zeh. Dass was sich wie eine Blase anfühlte war zumindest heute noch keine. Puhhh … Glück gehabt!

Gegen 12 Uhr erreichte ich Grañón. Dort suchte ich die kirchliche Herberge auf, die auch direkt in der Kirche lag. Einem Tipp von Tabea, die auch hier übernachten wollte. In jedem Fall mal eine ganz andere und sehr besondere Atmosphäre. 
das "Bettenlager" in der kirchlichen Herberge

Erkenntnis des Tages: „Bei Fritz-Walther-Wetter läuft der Motor zwar nicht heiß, aber die trockene Hitze war schon viel schöner.“