Sonntag, 25. September 2016

27. Etappe - Vega de Valcarce

26,4 km:  Cacabelos, Villafranca del Bierzo, Pereje, Trabadelo, Ambasmestas, Vega de Valcarce


Die Nacht war wieder einmal sehr erholsam, dank des Einzelzimmers. Auch die Wäsche, die ich an Bügeln am Dachflächenfenster aufgehängt hatte, war über Nacht trocken geworden. 

Noch schnell ein Frühstück und dann war ich um 8:15 Uhr wieder auf dem Weg. Gestern hatte Diana mich noch gefragt, ob ich sie in Villafranca del Bierzo abholen kann, da Susann erneut mit dem Bus fahren muss. Gesagt, getan … die Herberge lag eh am Camino. 

In der Nacht hatte es recht heftig geregnet, so dass die Straßen am frühen Morgen noch feucht waren. Die Wolken hingen tief. Auf den Feldern stieg der Nebel langsam auf. Es war nicht besonders kalt, so dass ich zügig vorankam. 

In Villafranca war ich so gegen 9:30 Uhr und traf Diana, wie verabredet. Zuvor gab es bei ihr noch eine Verwechslung mit den Schuhen, da ein anderer Pilger versehentlich ihre Schuhe genommen hatte und es ihm erst nach ca. 10 Kilometern aufgefallen war. Die Schuhe mussten daher zunächst wieder zurück getauscht werden. Hierfür pendelte der Hospitalero mit dem Auto hin und her. Als ich in Villafranca ankam war bereits alles erledigt.
Villafranca
Also zogen wir los. Am Ortsausgang von Villafranca stellten wir fest, das es bis Santiago nur noch 187 Kilometer sind. Es hört sich jetzt vielleicht für den einen oder anderen komisch an, aber ja, nur noch 187 Kilometer. Der Weg ist ja bekanntlich nicht unendlich, aber es ging doch bisher sehr schnell bzw. der bisherige Weg war sehr kurzweilig … schade … nur noch 187 Kilometer!
nur noch 187 Kilometer
Aufgrund des vielen Regens entschieden wir uns gegen die Alternativ-Strecke, da diese doch sehr steile Passagen hatte, die evtl. durch den Regen nicht mehr so gut begehbar waren. 

unterwegs mit Diana
Es ging daher an der Hape-Kerkeling-Landstraße entlang, an der dem guten 'Hans-Peter' die Autos noch sehr nah kamen. Zwischenzeitlich gibt es eine hüfthohe Betonabgrenzung. Da heute jedoch Sonntag war, waren nur wenige Autos unterwegs. 
entlang der Straße
Die Straße hinweggedacht verlief die Strecke entlang eines Flusses und war gar nicht so hässlich. Wir durchquerten einige kleine, zum Teil recht schöne Orte und kamen auf der durchgehend flachen Etappe gut voran. Zum Teil sahen wir über uns die Autobahn, die wir aber nicht als „aufdringlich“ wahrgenommen haben.
Autobahnbrücke
Gegen 14:45 Uhr erreichten wir unsere wirklich sehr schöne Herberge. Die Herberge war nicht nur sehr schön gelegen, sondern auch erst im Jahr 2015 eröffnet und im Stil eines alten Bauernhauses gehalten. 
Vega del Valcarce
Gegen 19 Uhr ging es mit einer Gruppe von 4 Deutschen, die ich bereits seit einiger Zeit immer mal wieder getroffen hatte, zum Essen in ein Restaurant. Auch heute ging ein schöner Abend, gegen 21:30 Uhr, in geselliger Runde zu Ende.

Erkenntnis des Tages: „Nur an der Straße entlang, war nicht so schlimm, wie befürchtet.