Die Nacht war klasse. Fast hätte ich verschlafen, aber meine Mitbewohner waren rechtzeitig wach. Wenn einer im Zimmer geschnarcht haben sollte, würde ich durchaus in Frage kommen. Martha und Alessandro aus den USA waren am Morgen aber genauso freundlich, wie der Fahrrad-Wanderer, so dass wir wohl alle eine ruhige Nacht hatten.
Das Frühstück war Selbstbedienung. Jeder konnte sich somit selbst ums leibliche Wohl kümmern. Um 7:45 Uhr war ich auf’m Weg. Die Etappe heute, sollte nicht die heftigen Anstiege haben, wie an den Tagen zuvor … warten wir es ab.
Langsam zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und nach dem ersten Anstieg ging es … tatsächlich wieder bergab … wer hätte das gedacht. Übrigen nur, um dann noch schmaler und gerölliger wieder anzusteigen. War wohl nix mit … mal eben von Zubiri nach Pamplona wandern. In einem kleinen Ort sammelte sich die Pilgerschaft an einem Brunnen. Hier konnte man sich frisch machen und die Wasserflaschen auffüllen. O.K. … nach einer Stunde eventuell etwas früh, aber durchaus willkommen. Auf dem weiteren Weg haben mich dann ganz gefährliche Brombeeren „angegriffen“ als ich abseits der Strecke mal auf andere Art, als durchs Schwitzen, Flüssigkeit verlieren wollte … was wiederum nicht so einfach ist, wenn die Pilger von hinten nachrücken … nun ja, man muss … halt nur in eine Richtung schauen … Wegen der deutlich Spuren an meinen Beinen, habe ich somit bereits ein Gesprächsthema gehabt. Die Gerüchte gingen von wilden Katzen, über wilde Zimmergenossinnen ... waren jedoch meilenweit vom tatsächlichen „Bedürfnis“ entfernt.
So, weiter im Thema … also … wo war ich? Ah ja, wandern. Also, der Weg wurde tatsächlich flacher. Führte durch schicke Wälder und vorbei an Feldern. Heute bin ich tatsächlich mal vollkommen alleine gewandert … auch schön … das schreit förmlich nach Wiederholungen.
Zur Halbzeit lag am Wegesrand ein nettes Kaffee … nur halt stark gesättigt mit Pilgern … der Weg ist ja nicht ganz unbekannt und ich trage ja auch dazu bei, dass hier was los ist. Also rein und das zweite Frühstück bestellen. Ian und Helen waren auch schon da, genau wie Carmen und jede Menge bekannte Gesichter. Nun war es auch wieder schön, in geselliger Runde zu sein. Nach und nach löste sich die Gemeinschaft wieder auf und jeder ging alleine weiter. Helen und Ian natürlich nicht … die Beiden sind ja verheiratet! Aber irgendwie war das wohl bisher der Tag, um auch mal ruhig unterwegs zu sein.
| gutbesuchtes Pilgerkaffee |
Der weitere Verlauf war nicht so schwierig zu Laufen, dennoch spürte ich die Anstrengungen schon einwenig, als ich just in diesem Moment eine vertraute Stimme hinter mir hörte ... es war Erik. Prima, man droht durchzuhängen und schwubs kommt jemand aus dem Nix.
Wir liefen bis Pamplona gemeinsam. Es war immer noch anstrengen und wurde auch zunehmest wärmer, aber irgendwie ging es zusammen auch ganz gut. Kurz vor Pamplona hatten wir zunächst die Vermutung schon am Ziel vorbei zu sein … aber ich hab ja ne App und die wies uns dafaufhin, dass wir erst in einem Vorort von Pamplona waren.
| Kathedrale von Pamplona |
| die Brücke hinein nach Pamplona ... Etappe fast geschafft |
Unser Ziel war die deutsche Herberge „Casa Paderborn“, direkt hinter der Brücke, die nach Pamplona hinein führt. Nach weiteren 45 Minuten sahen wir den Fluss und dann auch die Brücke. Wir waren um 13:30 Uhr da und haben die fast letzten Betten bekommen. Insgesamt bin ich heute 5 Stunden und 45 Minuten unterwegs gewesen.
Erkenntnis des Tages: „Die Stille hört sich manchmal richtig gut an!“