Montag, 26. September 2016

28. Etappe - Alto do Poio

21,7 km: Vega de Valcarce, Ruitelán, Herrerías, La Faba, Laguna de Castilla, O Cebreiro, Hospital da Condesa, Alto do Poio


Die Nacht war etwas frisch. So langsam merkt man wie es, von Tag zu Tag, kälter wird. Die ersten Pilger machten sich bereits wieder sehr früh auf den Weg. Wir hielten es bis 7:30 Uhr aus und waren nach einem heißen Getränk aus dem Automaten, gegen 8:20 Uhr unterwegs. Wir, d.h. heute lief ich erneut mit Diana. 

Die kühlen Temperaturen am Morgen helfen nach wie vor flott voran zu kommen. Auch die Sonne wärmt mit zunehmender Tageszeit. 
letzter Blick auf die Autobahnbrücke
In Vega de Valcarce legten wir nach 3 ½ Kilometern eine Frühstückspause ein. Diesmal gab es Rührei und Brot, dazu wieder einmal ein Café con Leche. Frisch gestärkt ging es weiter. 

Es ging zunächst leicht bergab und dann, sehr steil durch einen Wald, bergauf. Eigentlich ein schöner Weg, aber auch sehr anstrengend. Mit kleinen Schritten und unter vollem Einsatz der Wanderstöcker quälten wir uns Meter um Meter den Berg hinauf. Die schöne Natur und die angenehmen Temperaturen halfen dabei. Auf den wenigen Flachstücken hatten wir Zeit zum Durchschnaufen.

mit der Zeit dreht sich alles
Nächster Halt: La Laguna de Castilla. Hier trafen wir dann Susann, Dianas Freundin, die auch hier über Nacht bleiben wird. Ich gönnte mit eine weitere Zwischenmahlzeit. Bevor es weiter bergauf ging. Insgesamt stieg der Weg heute von 629 auf 1.334 Meter an. Je höher man kam, desto schöner war die Aussicht in die umliegenden Täler und auf die umliegenden Berge.
La Laguna de Castillia

Nun kamen wir von Kastilien nach Galizien, der letzten Provinz auf dem Weg nach Santiago. Am Grenzstein haben Diana und ich noch schnell ein Erinnerungsbild gemacht, bevor es weiter bergauf ging.
Grenzstein Galizien
noch gut 160 Kilometer bis Santiago
Der Anstieg war zwar anstrengend, aber vom Untergrund gut zu gehen, da nicht so viel loses Geröll vorhanden war, sondern weitgehend Waldboden. Als wir nach O Cebreiro kamen, sahen wir aus der Entfernung bereits einige Busse. 

O Cebreiro ist in weiten Teilen ein künstliches Vorzeigedorf. Nur wenige Häuser sind ursprünglich. Die meisten Häuser wurden in neuerer Zeit, im alten Stil nachgebildet. Uns gefiel der „künstliche Ort“ nicht so gut, so dass wir nur kurz verweilten und dann weiter gingen. Einzig einen zweiten Pilgerpass habe ich hier gekauft, da mein Pass fast voll ist und ich auf den letzten 100 Kilometer, also ab Sarria, zwei Stempel pro Tag sammeln muss.
Nach O Cebreiro ging der Weg erneut durch ein Waldstück. Es ging rauf und runter. Nach dem Wald folgte eine Schotterpiste und dann waren es noch gut 5 Kilometer.
Zunächst mussten wir zum Alto San Rocke aufsteigen, auf dessen Passhöhe eine Pilgerstature stand.

Pilgerstature
… weiter gings! Erneut wurde der Weg steiler. Nur noch zwei kleine Orte und wir waren da. Unsere Unterkunft lag in Alto do Poio. Dort kamen wir nach gut 8 Stunden, also gegen 16:30 Uhr an.

kurz vorAlto do Poio
Zum Essen trafen wir noch zwei ältere Herren (78 und 74 Jahre), denen wir an jeder Steigung begegnet waren und zwei weitere Deutsche, Inga und Martin. Nach dem Essen war Schlafenszeit.

Erkenntnis des Tages: „Wer im Alter noch so die Berge raufkommt, wie die beiden älteren Herren, hat wohl alles richtig gemacht!“