Der gestrige Abend war noch sehr schön. In der kirchlichen Herberge wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass man Vieles gemeinsam macht. Beim Essen waren im nu für 48 Personen die Tische aufgestellt und auch gedeckt. Eine andere Gruppe kümmerte sich um das Essen. Wiederum andere um die Getränke. Alles läuft hier auf Spendenbasis … alles läuft perfekt! Ich habe mich, trotz der kaum spürbaren dünnen Sportmatten, auf denen man auf dem Boden geschlafen hat, sehr wohl gefühlt. Und morgens war es, nach einer Nacht auf der Erde, gar nicht so schlimm. Die Verabschiedung war entsprechend herzlich.
Um 7 Uhr machte ich mich, bei leichtem Nieselregen, auf den Weg. Vorsorglich hatte ich dem „Paul“ sein Raincover bereits übergezogen. Ich passierte die Grenze zur Region Kastilien. Also, nun nicht mehr Rioja, sondern Kastilien.
| von nun an durch Kastilien |
In Redecille del Camino begann es, pünktlich als ich aus dem Ort herausging, heftig an zu regnen. Ich schaffte es gerade zum letzten Bauernhof auf der anderen Straßenseite, um mich unter den Bäumen unterzustellen. Nach einer halben Stunde war der Regen vorbei und meine Laune im Keller. Es war nass. Es war kalt. Es war … nicht so toll!
Nach nur knapp 8 Kilometern legte ich in Viloria de Rioja eine 1 ½ stündige Pause ein! Ich trank nicht nur einen „café con leche … grande“, sondern zwei! Dazu aß ich nicht nur ein Bocadillo y jamon, sondern noch einen mit Mettwurst! Auf die „Huhnverkleidung mit Paprika“, die es lt. einer auf deutsch übersetzten Speisekarte geben sollte, hatte ich hingegen keinen Hunger.
Beim Verlassen dieses für Pilger etwas zu gehobenen Restaurants, strahlte die Sonne mit allem was sie hat. Das lange Shirt konnte wieder im Paul verschwinden und auch das mittlerweile trockene Raincover wurde wieder verstaut. Meine Laune hatte sich auf einen Schlag geändert, die Füße fühlte sich wieder sehr gut an und auch das Zwicken im linken Knie und Sprunggelenk war verschwunden! Nach einer kurzen Einlaufphase, war ich wieder voll im Rhythmus.
Dann sah ich aus der Ferne einen Bären! Ein Jungtier. Vielleicht 4 Wochen alt. Ein Eisbär!? Der noch getragen werden musste! … waren der Wein gestern und die Hitze heute doch keine so gute Kombination? Spinne ich? Nein, zwei Spanier aus Barcelona sind den Jakonsweg von Saint-Jean bis Finisterre gelaufen und nun gehen nach Saint-Jean zurück! Sie wollen den Pilgern ein Lächeln und Freude schenken … voll gelungen würde ich sagen! Ein toller Spaß! Und gleichzeitig nehmen die „3“ natürlich gerne eine Futter-Spende für den Bären. Bei so viel Witz und Kreativität gibt man doch gern eine Kleinigkeit.
Dann sah ich aus der Ferne einen Bären! Ein Jungtier. Vielleicht 4 Wochen alt. Ein Eisbär!? Der noch getragen werden musste! … waren der Wein gestern und die Hitze heute doch keine so gute Kombination? Spinne ich? Nein, zwei Spanier aus Barcelona sind den Jakonsweg von Saint-Jean bis Finisterre gelaufen und nun gehen nach Saint-Jean zurück! Sie wollen den Pilgern ein Lächeln und Freude schenken … voll gelungen würde ich sagen! Ein toller Spaß! Und gleichzeitig nehmen die „3“ natürlich gerne eine Futter-Spende für den Bären. Bei so viel Witz und Kreativität gibt man doch gern eine Kleinigkeit.
Beschwing von dieser, bisher zweifelslos ungewöhnlichsten Begegnung, und dies obwohl ich ja bereits Bären … ähhh Beeren Kontakt hatte – der fleißig Leser erinnert sich – ging ich flott weiter. Und … siehe da … Helen und Ian bei der Pause auf der gegenüberliegenden Straßenseite … was war denn nun los? Erst Stimmungstief … und nun … naja Zufall … lt. Kaja … nein! O.k. in jeden Fall mal ungewöhnlich! Die Begrüßung war sehr herzlich. Aber was war mit Helen? Der Oberschenkelmuskel macht Probleme. Die Beiden bleiben in Belorado und versuchen den Muskel in den Griff zu bekommen. Ich drücke Helen ganz fest die Daumen! Leider musste ich den restlichen 9 Kilometer noch hinter mich bringen, aber ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen!
Auf dem schattigen Marktplatz von Belorado trank ich noch eine Cola und schaute mal ins Smartphone. Oh, Kaja hat geschrieben … umgeknickt … das Ende für den Weg … evtl. nein, es könnte sein, dass es mit dem Rad weitergehen kann. O.k. noch so’n Ra(d)bauke. Nein, nette Radfahrer „toleriere“ ich! ;-) Also schön gesund werden und dann mit einem Kaltgetränk auf mich warten! Alles Gute Kaja!| Belorado |
| Pilger-Kunst in Belorado |
In der Mittagshitze von mehr als 30 Grad kam ich weiterhin gut voran. Mal singend (gut das ich alleine war) mal flott beschwingt … was war nur in der Cola drin? … egal, muss auch mal sein!
Ich kam durch mehrere Dörfer. Die Landschaft war nun wieder etwas hügeliger, etwas felsig aber auch mal grün.
| Villambistia |
Dann, die nächste tierische Begegnung … mitten auf dem Weg „eine riesige Würgeschlage“ oder so ähnlich. ;-) Zum Größenvergleich habe ich mal meinen Stiefel vorsichtig, aber wohl auch todesmutig, daneben gestellt! Ja, für eine gründlich journalistische Arbeit macht man sowas! Aber, wenn jemand das Tier biologisch identifizieren kann, persönlich habe ich ja bereits übernommen (Kaa, 49 Jahre alt), dann schreibt es in die Kommentare und schickt mir ne E-Mail (vergl. Impressum).
| wat für eine Schlange!? |
Gegen 15:45 Uhr bin ich in Espinosa del Camino angekommen. Die Herberge hat 10 Betten, von denen jetzt 6 belegt sind. Ich habe zurzeit noch ein 2-Bett-Zimmer mit weiteren zwei Schlafmöglichkeiten.
Erkenntnis des Tages: „Tierisch wild dieser Weg!"