20,7 km: Astorga, Murias de Rechivaldo, Santa Catalina de Somoza, El Ganso, Rabanal del Camino
Die Nacht war sehr ruhig und wir haben alle ausreichend Schlaf bekommen. Erst gegen 8:30 Uhr waren wir wach geworden, da wir den Wecker nicht gehört und auch keine Mitpilger hatten, die bereits ab 5 Uhr zu rascheln begannen.
Ausgeschlafen frühstückten wir noch in dem Hotel. Da es Susann gesundheitlich nicht so gut ging, nahm sie ein Taxi bis Rabanal und Diana und ich machten uns gegen 10 Uhr auf den Weg.
Der Weg aus Astorga heraus, war nicht so hübsch … halt so, wie in jeder anderen Stadt. Da die zu durchquerenden Orte zudem in geringen Abständen lagen, legten wir ausreichend Pausen ein. Tranken mal ne Cola und ließen uns einen Schoko-Croissant schmecken.
Trotz aller Unterbrechungen kamen wir entspannt voran, da wir zwischen den Orten recht flott unterwegs waren. Auch bot die Etappe keine schwierigen Passagen auf.
In Santa Catalina de Somoza kamen wir dann an der „Cowboy-Bar“ vorbei. Auch hier legten wir natürlich einen Stopp ein … jedoch in der angrenzendem Alberge. ;-)
Anschließend nur noch durch El Ganzo und schon war gegen 16:30 Uhr Rabanal erreicht! Da Susann uns die Betten gesichert hatte, hatten wir einen entspannten Tag, der durch den etwas späten Start, auch relativ spät endete.
| letzte Pause vor Rabanal |
| Rabanal |
In der Herberge „Pilar“ begrüßte uns dann Wolf, ein kölner Urgestein, der vor mehr als 20 Jahren auf dem Camino geblieben ist und bereits in unterschiedlichen Herbergen, den Pilgern Mut zugesprochen hat und seine Hilfe anbietet. Eine ganz liebe und gute Seele von mittlerweile stolzen 80 Jahren! Wolf erkannte natürlich sofort, dass wir viel zu wenig getrunken haben. Auch wieß er uns auf kleinere Fehler, wie eine zu feste Schnürung der Schuhe oder einen zu tief getragenen Rucksack hin. Eine gute Seele, die uns auch gleich, eine Karte mit einen Spruch ziehen ließ. Mein Spruch lautet: ‚Probleme sind Herausforderungen, die du dir selbst geschaffen hast, um daraus zu lernen!‘ … hmmm lassen wir das mal wirken …
| Diana, Wolf und ich |
Nach dem Duschen und Wäsche waschen hatten Diana und ich einen weiteren "Termin" bei Wolf … er wollte sich unserer Zipperlein annehmen. Nun gut … lassen wir das mal auf uns zukommen. Gesagt, getan. Wolf legte seine Finger in unseren Schulterbereich und ließ diese dort eine Weile ruhen. Ich kann zwar nicht sagen, ob dadurch was passiert und es wissenschaftlich wohl auch nicht erklärlich, aber wenn man offen ist und auch einmal etwas „Unwissenschaftliches“ zulässt, dann sagen tatsächlich viele Personen, dass sie eine Besserung spüren … nicht erklärlich, aber es funktioniert tatsächlich! O.k. das mag abgefahren klingen, aber nach dem Motto: ‚wenn's hilft‘ dann ist es halt alles gut! Es mag aus meiner Sicht, die Entspannung oder Ablenkung eine Erklärung sein. Wolf sagt selbst, dass 50 % vom Kopf gesteuert werden und dass er hier ansetzt. Ein „Gutmensch“ ist dieser sympathische ältere Herr in jedem Fall, also danke Wolf für deine Hilfe. Auch ich konnte eine, zumindest zeitweilige, Besserung feststellen und hiermit war ich nicht allein!
Diana und ich machten so dann mit Wolf einen Deal, in 20 Jahren, wenn Wolf 100 Jahre alt ist, wollen wir uns wieder sehen … also der „Camino 2036“ kann geplant werden!
| Schuhe ausziehen und hier abstellen! |
Gegen Abend, es war wieder sehr kühl geworden, so dass ich meine beiden Jacken übereinander trug, spielte eine Gruppe/Band aus Korea mit ihren Trommeln auf, die genau wie wir, den Camino gehen. Erst etwas klassische trommel Kunst, dann Gesang und danach Lieder wie Imagine von John Lennon oder let it be von den Beatles. Sehr schön und am Schluss standen alle (auch das Publikum), hielten sich an den Händen, wiegten sich im Takt und summten mit. Auch wieder eine persönliche Situation, die jeden erreicht hat.
| koreanische Gruppe |
Nach einem Essen gingen wir alle müde ins Bett, jedoch war dies gewiss einer der berühmten Schnarchsäle. Die Schnarcher strengten sich so gekonnt an, dass die Lautstärke der "Gaumengesänge" auch mit Ohrstöpsel zu beeindrucken vermochte!
Erkenntnis des Tages: „Was hilft, das hilft und wird nicht hinterfragt!“